Annuitätendarlehen
Die Reihenfolge der Zahlungsströme eines Annuitätendarlehens impliziert, dass zu Beginn des Tilgungszeitraums ein großer und im Zeitverlauf abnehmender Anteil an der vom Kreditnehmer geleisteten Rate aus Zinslasten besteht. Der Tilgungsanteil wächst analog mit der Anzahl der geleisteten Zahlungen.
Annuitätendarlehen mit Zinsbindung bleiben im Hinblick auf die intervallmäßigen Zahlungen über die gesamte Laufzeit hinweg gleich. Besteht keine Fixierung des Zinssatzes, kann sich die Ratenhöhe in Abhängigkeit der Entwicklungen an den Kapitalmärkten verändern. Je nach Zeitpunkt im Tilgungsplan, zu dem eine Zinsänderung wirksam wird, schlägt diese unterschiedlich stark zu Buche: Je größer der Zinsanteil an der Annuität ist, desto signifikanter wirk sich eine Änderung des Darlehenszinses auf die Höhe der Rate aus. Das exakte Ausmaß wird mit Hilfe der so genannten Zinselastizität bestimmt, die angibt, wie stark sich die Intervallzahlungen verändern, wenn der Zinsfuß um einhundert Basispunkte nach oben oder nach unten verändert wird.
Kreditnehmer sind aufgrund der beschriebenen Zinseffekte gut beraten, zumindest für die ersten Jahre des Tilgungszeitraums eines Annuitätendarlehens eine Zinsbindung zu vereinbaren, um existenzielle Risiken auszuschließen. Alternativ kann mit Hilfe der Zinselastizität ein Zinsniveau bestimmt werden, bei dem die Rate gerade noch zahlbar ist, ohne das private Budget allzu stark zu strapazieren. Auf diesem Niveau wird in diesem Fall mit der Bank ein Zinscap, eine Deckelung des Zinssatzes also, vereinbart.


