Variables Darlehen
Die Verzinsung variabel verzinster Hypothekendarlehen richtet sich in aller Regel nach einem im Darlehensvertrag benannten Referenzzinssatz, dem dann ein fixer Zuschlag von beispielsweise zweihundert Basispunkten zugeschlagen wird. Die am häufigsten verwendeten Referenzen in der BRD sind der EURIBOR und der EONIA. Beide Sätze verstehen sich als Preise des Interbankenmarktes für mehr oder minder kurzfristige Geldleihen für Zeiträume von einer Nacht bis hin zu zwölf Monaten. Beide Referenzen sind der Tagespresse zu entnehmen.
Die Problematik eines variablen Darlehens besteht aus Sicht des Kreditnehmers in dem Risiko steigender Zinsen. Im schlimmsten Falle kann die Finanzierung der Immobilie nicht ordnungsgemäß abgewickelt werden, weil die Belastungen zu hoch ausfallen und das Budget des Schuldners keine ausreichenden freien Kapazitäten bietet.
Variable Darlehen können zu volkswirtschaftlichen Konsequenzen führen, wenn sie in großem Umfang umlaufen und ein plötzlicher Zinsanstieg signifikanten Ausmaßes viele Kreditnehmer überfordert. Ein solches Szenario ereignet sich derzeit in den Vereinigten Staaten, die unter den Folgen einer geplatzten Immobilienblase leiden.
Der Grund für den Verzicht auf eine Zinsbindung ist in der Regel ein insgesamt günstigerer Zinssatz, so dass sich die Gesamtkosten in Verbindung mit dem Darlehen im Vergleich zu einer Variante mit Zinsbindung deutlich verringern können. Die Kosten einer Zinsfestschreibung fallen je nach Marktlage sehr unterschiedlich aus.


