Versicherungen verstehen
Vro am 30. Oktober 2006Lasst uns mal die gesetzlichen und privaten Krankenkassen auseinandernehmen. Vieles kommt einem auf den ersten Blick Chinesisch vor, stimmt’s? Ich will ab heute versuchen, in ganz kleinen Schritten die beiden Systeme zu vergleichen und zu verstehen. Am Ergebnis meiner Dechiffrierungsarbeit lasse ich Euch hier immer teilhaben. Ich hoffe mal, am Ende haben wir dann alle den perfekten Überblick.
Heute: Solidarprinzip versus Äquivalenzprinzip
Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) arbeiten nach dem Solidaritätsprinzip. Das bedeutet, ganz plump gesagt, die Beiträge aller Versicherten werden in einen Topf geworfen, aus dem heraus dann wieder Leistungen erbracht werden. Die Höhe der Beiträge selbst richtet sich nur nach dem Einkommen (und nicht z.B. nach der gesundheitlichen Situation oder dem Alter).
Die privaten Krankenversicherungen (PKV) funktionieren über das Äquivalenzprinzip, das heisst vereinfacht, jeder zahlt für sich. Die Beiträge und Leistungen sollen ausgeglichen sein. Also versucht die Krankenkasse, den voraussichtlichen Leistungsbedarf der Versicherten zu errechnen. Berufsrisiken, Gesundheitssituation, Geschlecht usw. spielen dabei eine Rolle. Vor allem aber zahlt man als junger Mensch hohe Beiträge (höher als der Leistungsbedarf), die sich dann in Alter immer weiter reduzieren (unter den Leistungsbedarf).
Mein Gedanke dazu: Ein Solidarprinzip ist grundsätzlich eine gute Sache und, wie ich finde, die richtige. Aber in Deutschland sieht es mit den Solidaritätsprinzipien zur Zeit düster aus, weil sich die Alterspyramide schon länger auf den Kopf gestellt hat. Bei den Renten ist ja durch die Tatsache, dass wenige Junge für viele Alte zahlen müssen, viel passiert. Auf Dauer kann es sein, dass das System umgestellt werden muss. Bei den Krankenversicherungen vielleicht ja auch?
Vro
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