Zur Sache, Schätzchen
Vro am 8. November 2006Neulich war ich bei meiner Freundin Blanche in Toulouse zu Besuch. Gemütliches Loch, guter Käse, alles bestens. „Bist du eigentlich immer noch so nachtaktiv?“ fragt sie mich grinsend. „Was soll die Frage? Klar!“ war meine Antwort. „Na, dann wirst du Spass haben“ grinst sie weiter. Führt mich in der Dunkelheit ins Schlafzimmer der Grossen. Nach ein paar Stunden Rumknabbern hier, Rumschnüffeln da höre ich plötzlich eindeutige – männliche - Geräusche aus dem Bett, und dann eine weibliche Stimme: „Chéri? Tu dors, chéri? C’est incroyable… il me croira pas!“
Da es nun eindeutig zur Sache ging, zogen wir uns lieber zurück, aber ich war verwirrt. „Blanche, wieso hat sie ihn gefragt, ob er schläft? Er hat doch angefangen!“ „Deswegen wollte ich dir das zeigen. Er war gar nicht wach! Stell dir vor, er leidet an „sexsomnie“, das ist ein Riesenthema hierzulande. Menschen, die sich im Schlaf auf den Partner – oder auch sich selbst - stürzen und sich am nächsten Morgen an nichts erinnern…“ Wow. Krankheiten gibt’s.
Auf dem Rückweg ließ mich das Thema nicht los. Ist das eine von den Krankenversicherungen anerkannte Krankheit? Und wie findet man überhaupt heraus, ob jemand wirklich diese Krankheit oder nur nicht eingestandenen Spass hat? Was ist eigentlich, wenn zwei „sexsomniaques“ (so heißen die!) zusammen leben und ohne es zu merken ein Kind zeugen, weil sie nur tagsüber verhüten? Muss dann die Krankenkasse alle Kosten bis zur Volljährigkeit des (sicher sehr aufgeweckten Kerlchens) übernehmen? Ich meine, man müsste vielleicht eher Herrn Morpheus auf Alimente verklagen – aber gegen den ist ja bislang jede weltliche Instanz machtlos…
Peka
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