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Kleine Geschichte der GKV und PKV in Deutschland

Vro am 13. November 2006

Natürlich ist die gesetzliche Krankenversicherung das ältere Geschwisterkind. Schon im Mittelalter entwickelten sich erste Krankenkassen, z.B. in Form von Selbsthilfe der Zünfte. Aber erst die Industrialisierung des 19.Jahrhunderts mit ihren negativen Folgen für breite Schichten der Bevölkerung zwang die Politiker zum Reagieren. Wer krank wurde – und das war in vielen neuen Industriezweigen eine breite Begleiterscheinung – fiel ohne soziales Netz ins Bodenlose. So entstand 1883 die „soziale Krankenversicherung“, Teil eines grossen Reformpaketes des Politikers, der dem Hering seinen Namen lieh. Dass der Ansatz Bismarcks richtig und wichtig war, kann man sicher daran ablesen, dass das grundsätzliche Prinzip der Versicherungspflicht bis heute noch Fortbestand hat.

Die private Krankenversicherung war hingegen ein Kind der Weltwirtschaftskrise (nein, nicht der 90er J , sondern) der späten 20er Jahre. Zuvor hatte es nur Tagegeldversicherungen gegeben.

Interessante Entwicklung: Wenn man die wechselseitigen Übertritte von Versicherten der gesetzlichen und privaten Krankenkassen betrachtet, so war die Bilanz in 1972 haushoch auf Seiten der GKV, nämlich eine Differenz von 434 (118 wechselten von der GKV in die PKV, 552 umgekehrt), während es in 2003 bei einer Differenz von 208 genau umgekehrt aussah (338 GKV à PKV, 130 PKV à GKV).

Vro

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