Krankenversicherung, Volkswirtschaft und soziale Sicherung
Vro am 16. November 2006Wir alle sind krankenversichert, das ist eine Selbstverständlichkeit (- in Deutschland!). Aber man macht sich kaum Gedanken über die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge, oder? Nehmen wir die Lupe und schauen mal genau hin – manches klingt banal, ist es aber in seiner Bedeutung nicht:
Eine Krankheit kann nicht zum totalen Ruin einer Person oder Familie führen; auch müssen nicht solvente Bekannte oder Verwandte „angepumpt“ werden – dieses Kapital steht also dem Konsum oder der Investition weiter zur Verfügung.
Dadurch, dass jeder sich ärztliche Behandlung leisten kann, werden die meisten auch wieder gesund und erlangen ihre Arbeitskraft zurück – ein grosser volkswirtschaftlicher Faktor. Dazu kommt noch, dass gesetzliche wie private Krankenkassen eine intensive Aufklärungs- und Präventionsarbeit leisten und damit der Krankenstand ebenfalls reduziert wird.
Die Zahlungen der Krankenkassen (und damit der Versicherten) ermöglichen den Fortbestand und die Entwicklung vieler Berufe im Gesundheitsbereich und sichern somit Arbeitsplätze.
Die Beiträge zur PKV beinhalten Altersrückstellungen (siehe auch „Solidarprinzip versus Äquivalenzprinzip“). Bei rund 8 Millionen Vollversicherten (2003) kommt da ein hübsches Sümmchen zusammen, mit dem die PKVen sich zu den grossen institutionellen Anlegern am Kapitalmarkt gesellen.
Mein Gedanke dazu: Da sitze ich mit Ohrenschmerzen beim Arzt, lese die „Brigitte“ und bin dabei ein kleiner, aktiver Teil des grossen Ganzen, erhalte mich selbst und meine Familie, ernähre die Ärztin, die Sprechstundenhilfen, füttere vielleicht gar den Kapitalmarkt – ein erhebendes Gefühl…
Vro
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