Spargel-Stechen bis zum Umfallen
Neulich habe ich einen Spargelacker tatsächlich live und aus der Nähe erlebt. In kleiner Runde besichtigten einige Marketing Experten einen Spargelhof im idyllischen Spargel-Dorf Walbeck und liessen sich alles rund um den Spargel erklären und zeigen. Unter anderem kam es dabei auch zum Besuch eines Spargelackers und einem unterhaltsamen Kurz-Lehrgang im Spargel-Stechen.
Zuvor jedoch berichtete der Spargelbauer vom missratenen Versuch mit der Einstellung von deutschen Arbeitslosen. Genau daran erinnert mich jetzt der Beitrag von den faulen deutschen Erntehelfer wieder. Es ist ein Leichtes, über die faulen Arbeitslosen herzuziehen und sie als Drückeberger und Schmarotzer abzustempeln, wenn man selber seinen Job und seine Schäflein im Trockenen hat. Das gilt bis rauf zu den Politikern.
Der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder forderte, unabhängig von ihrer Ausbildung müßten Arbeitslose bereit für jede Arbeit sein. So müsse etwa auch ein arbeitsloser Manager Spargel stechen. (FAZ)
Ich möchte Herrn Kauder gerne einmal Spargel stechen sehen, nicht für eine Stunde, nicht für einen Tag, sondern über eine Spargelsaison hinweg. Das wären so an die 10 Wochen. Wahrscheinlich wäre er dann krankenhausreif und die dadurch verursachten Kosten würden locker den schwer verdienten Lohn wieder auffressen. Also ein echtes Nullsummenspiel.
Nicht dass ich hier Partei beziehen möchte, manches stimmt und es geht uns immer noch zu gut, als dass wir Spargel stechen möchten, aber alle Arbeitslosen über einen Kamm scheren, selber meilenweit über Allem schweben und über die ganz unten herzuziehen ist leicht. Vernünftige Konzepte gegen die Arbeitslosigkeit sind schwer. Und Spargelstechen ist da sicher nicht die Lösung.