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Donnerstag, November 22, 2007

Lebensversicherer schöpfen Hoffnung und werden leistungsfähiger

Glimmt ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Lebensversicherung? Das Stiefkind der Versicherungsbranche – allein in diesem Jahr bis September ein Minus von neun Prozent bei den Abschlüssen – könnte von den aktuellen Entwicklungen wie der Abgeltungssteuer und der Beteiligung an den stillen Reserven der Konzerne profitieren. Interessant ist sie vor allem für Kunden, die auf Sicherheit bauen und sich dafür auch mit einer geringeren Rendite zufrieden geben würden.

Getan hat sich einiges auf dem Markt für Lebensversicherungen. Die Unternehmen versuchen, den Negativtrend aufzuhalten und umzukehren. Sie sind leistungsfähiger und leistungsbereiter geworden, bescheinigt auch Jörg Finsinger von der Universität Wien. Er untersucht seit nunmehr elf Jahren im Auftrag des Magazins „WirtschaftsWoche“ die Entwicklung bei den Lebensversicherern. 75 Angebote nahm er sich jetzt vor und konnte gleich 14 Mal die Bestnote verteilen, zwei Mal mehr als 2006. Mit ein Grund dafür sind die Bemühungen um niedrigere Verwaltungs- und Abschlusskosten, die sich bisher sehr deutlich auf den Gewinn ausgewirkt haben. Derzeit liegt die Rendite nach Einschätzung von Finsinger bei 3,5 bis 5,2 Prozent. Zu den Gewinnern des diesjährigen Rankings gehören die DEVK, die PB Versicherung und die Hannoversche Leben. Einen Stern abgeben musste Asstel.

Die besten Chancen auf Zuwachs im Neukundengeschäft dürfen sich nach Expertenmeinung die fondsgebundenen Lebensversicherungen machen. Sie versprechen eine höhere Rendite als die klassische Lebensversicherung. Leider gibt es keine Garantie auf den Gewinn und müssen Kunden bis zum Ende der Laufzeit hoffen. Ein weiterer Nachteil sind die Kosten, die bei einer Laufzeit von 30 Jahren rund zehn Prozent ausmachen. Das wirkt sich sehr deutlich auf das Endergebnis aus. Ohne ein weiteres, stabiles Standbein für die Altersvorsorge ist die Lebensversicherung auf Fondsbasis daher nur bedingt zu empfehlen.

Posted by Andre on 11/22 at 11:41 PM
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Eile oder Weile – zwei Gerichtsurteile

Im Schadensfall müssen sich Versicherungskunden normalerweise sputen und die Versicherung in Kenntnis setzen. Je länger sie warten, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass es von der Versicherung kein Geld gibt. Auf der anderen Seite sollten Versicherungsnehmer auch Geduld haben. Dann, wenn sie einen Schaden erlitten haben und auf einen Ausgleich warten. Hier zwei Urteile, in denen es um Eile und Weile in Versicherungsfragen geht.

Der Fall „Eile“: Für den Urlaub eine Reiserücktrittskostenversicherung abzuschließen, ist durchaus sinnvoll, gerade, wenn es um sehr viel Geht. Sollte man nun kurz vor Antritt der Reise erfahren, dass eine Operation unumgänglich ist und vor dem Urlaub durchgeführt werden muss, ist der Kunde verpflichtet, sich sofort mit der Versicherung in Verbindung zu setzen. Das entschied das Landgericht Kassel (AZ: 6 S 249/06). Als Begründung für ihr Urteil nannten die Richter den grundsätzlich ungewissen Ausgang der Operation und die nicht abschätzbare Dauer der Behandlung. Wer sich nicht meldet, kann später durchaus leer ausgehen.

Der Fall „Weile“: Es hat gekracht, das Auto ist kaputt und man wartet auf das Geld von der gegnerischen Versicherung. Einem Unfallopfer ging es nicht schnell genug. Bereits knapp dreieinhalb Wochen nach dem Crash lag der Versicherung eine Klage vor. Der Mann wollte seinen Schaden sofort ersetzt haben. Hätte er lieber ein wenig Geduld walten lassen. Die Versicherung zahlte recht zügig den erste Teil der 15.000 Euro und wenig später auch den Rest. Die Klage wurde zurückgezogen, es blieben aber Gerichtskosten von 4.000 Euro. Das Landgericht teilte sie auf beide Parteien auf. Nach der Beschwerde vor dem Oberlandgericht durch die Versicherung darf der Kläger jetzt alles zahlen. Vier bis sechs Wochen müsse man schon warten, bis der Schadensfall geprüft ist. (AZ: I-1 W 23/07).

Posted by Andre on 11/22 at 08:51 PM
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