Augen auf beim Riestern
Eines wird sich nie ändern: Boomt ein Produkt, versucht jeder, sich ein Stückchen vom Kuchen zu sichern, und seien es nur die Krümel. Im Versicherungswesen ist die Riester-Rente derzeit das Sahnestückchen auf der Kaffeetafel. In diesem Bereich der privaten Altersvorsorge tummeln sich entsprechend viele Angebote. Bei einigen geht im Laufe der Jahre so viel Geld verloren, dass nicht einmal mehr das eingezahlte Kapital samt staatlicher Zulage garantiert wird. Für Verbraucher heißt das: Gut, wenn sie verglichen haben.
Für Laien ist es sicherlich keine leichte Aufgabe, das optimale Produkt zu finden. Viele verlassen sich ganz auf das Wort ihres Beraters bei der Bank oder Versicherung. Dass auch sie verdienen wollen, versteht sich. Deshalb wird in der Regel die Riesterrente empfohlen, bei der die höchste Provision gezahlt wird. Und das ist nicht immer die Altersvorsorge, die nach 30 oder mehr Jahren auch das meiste bringt. Nur wer die garantierten Beträge vergleicht, kommt später auch auf einen grünen Zweig. Denn sie variieren laut einer Umfrage von Focus von 55.000 bis 83.000 Euro bei 59.000 Euro, die vom Kunden und vom Staat eingezahlt wurden.
Ein weiteres Problem, mit dem Interessenten zu kämpfen haben: Sie erhalten nicht immer das, was sie eigentlich wollen. Der Grund liegt wie so oft in der Provision. Statt Fonds A wird dann Fonds B als bessere Variante aus dem Hut gezaubert. Davon sollte man sich nicht blenden lassen, auch nicht von ungenauen oder schwammigen Erklärungen zum Beitrag, der eingezahlt werden muss. Aktuell gilt ein Höchstbetrag von 1461 Euro, der sich steuerlich geltend machten lässt. Doch die Versicherungen meinen es auch gut mit ihren Kunden. Einige melden sich inzwischen telefonisch, sollte die staatliche Förderung nicht beantragt worden sein. Dass dieser Anruf als billige Werbemasche aufgefasst wird, sollte allerdings zu denken geben.