Rechtsschutz auch über das Telefon
Unwissenheit in Rechtsfragen ist keine Schande, kann in einigen Fällen allerdings recht teuer kommen. Den Weg zum Anwalt, nur um eine Frage zu stellen, scheuen die meisten. Diese Nische füllt seit einiger Zeit die telefonische Rechtsberatung wie sie von Janolaw, der D.A.S. sowie der Arag als Paket zum Festpreis geboten wird. Dass Bedarf besteht, belegen die 10.000 Anrufe im Monat, die alleine bei Janolaw eingehen.
Ein Ersatz für die Rechtsschutzversicherung ist die telefonische Beratung nicht. Sie leistet vielmehr erste Hilfe und versteht sich als Feuerwehr. Wenn ein Problem auf den Nägeln brennt, reicht ein Anruf, um sich Klarheit zu verschaffen. Im Schnitt dauert ein solches Gespräch, bei dem immer ein Anwalt am anderen Ende der Leitung ist, rund sechs Minuten. Meistens ist die Angelegenheit damit auch abgehakt. Die Vorteile: Es gibt keine Wartezeit wie sie bei der regulären Rechtsschutzversicherung üblich ist und es werden wirklich alle Bereiche aus Recht und Gesetz abgedeckt. Kritik kommt von Seiten der Verbraucherschützer. Vieles ließe sich nicht am Telefon klären. Die Möglichkeiten der anwaltlichen Beratung seien eher beschränkt.
Schon seit Jahren erfolgreich läuft das System in den Niederlanden und den USA. Die hier gesammelten Erfahrungen sind in die Hotlines der deutschen Anbieter geflossen. Sie müssen sich allerdings nach wie vor an das deutsche Recht halten, wonach die juristische Beratung nur über einen Anwalt erfolgen darf. Denn die Ratschläge sind verbindlich und der Anwalt kann entsprechend haftbar gemacht werden. Für die Versicherungen ist die Telefonberatung nur ein Zusatzbaustein, der im Ernstfall ohnehin nur Sinn in Kombination mit einer Rechtsschutzversicherung macht.