Rentenversicherungspflicht auch für Selbständige gefordert
Altersarmut ist ein Begriff, der erst in den vergangenen Jahren häufiger über die Lippen von Politikern kam. Vorher hatte sich kaum jemand Gedanken darum gemacht, wie es um die Finanzen im Alter bestellt ist. Inzwischen gehört die private Altersvorsorge zu den wichtigsten Zweigen von Versicherungen und Banken. Damit im Alter auch wirklich jeder über die Runden kommt, muss allerdings noch mehr getan werden, mahnt der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Herbert Rische.
Er denkt dabei vor allem an die Selbständigen, die anders als Ärzte oder Anwälte nicht über Berufsstände abgesichert sind. Das sind beispielsweise selbständige Lastwagenfahrer oder Kellner, deren Chefs sich auf diesem Weg die Sozialabgaben sparen. Daher fordert Rische nun auch für diesen Personenkreis eine Versicherungspflicht in der Rentenversicherung. Ansonsten drohe eine Welle von Altersarmt. Zwar werde immer wieder auf die Eigenverantwortlichkeit hingewiesen. Das reiche allerdings nicht aus.
Probleme sieht Herbert Rische auch bei den Arbeitslosen. Wer Arbeitslosengeld II beziehe erwerbe in einem Jahr einen Rentenanspruch in Höhe von 2,19 Euro. Damit komme man nicht weit. Er spricht sich für eine bessere Altersvorsorge aus, da es Beziehern von ALG II kaum möglich sei, sich privat abzusichern und wenn, dann nur in kaum nennenswertem Umfang. Hier sei der Staat gefragt, mehr für Langzeitarbeitslose zu unternehmen.
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