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Donnerstag, Februar 07, 2008

Allianz zieht im Streit mit den Vertretern den Kürzeren

Beim Kampf um Marktanteile sind anscheinend doch nicht Mittel Recht. Um sich im Bereich der Kfz-Versicherungen als Klassenprimus halten zu können, hatte die Allianz im August 2005 ihren Optimal-Tarif abgespeckt und zusätzlich als Kompakt-Tarif für „preissensible Kunden“ eingeführt. Gleichzeitig wurde die Provision für den Kompakt um 40 Prozent von zehn auf sechs Prozent gekürzt. Betroffen davon sind 11.000 Allianz-Vertreter. Zwei von ihnen klagten dagegen und lösten eine „Rebellion der Vertreter“ aus wie eine angesehene deutsche Tageszeitung mit Sitz im Süddeutschen titelte.

Am Mittwoch erreichte das Verfahren das Oberlandesgericht München, nachdem die Allianz gegen das Urteil des Landesgerichtes Berufung eingelegt hatte. Sie wurde jetzt als unbegründet zurückgewiesen. Schon im November hatten die Richter schriftlich darauf verwiesen, dass ein Erfolg unwahrscheinlich sei. Damit steht der Sieger im Streit um die Prozent fest. Denn eine weitere Berufung ließen die Richter nicht zu. Dem Konzern bleibt nur eine Option, die Nichtzulassungsbeschwerde. Ob der Versicherer diesen Weg geht, steht noch nicht fest. Ein Sprecher der Allianz erklärte lediglich, dass man prüfen werde, ob Beschwerde erhoben werde. Gleichzeitig machte man deutlich, dass es ohnehin „nur“ um einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag gehe. Den Begriff „Peanuts“ hat man wohlweislich nicht benutzt. Der Anwalt der Vertreter geht von einer Summe in Höhe von rund 30 Millionen Euro aus, die nachgezahlt werden müssten.

Branchenexperten gehen davon aus, dass dieses Urteil sich negativ auf die Versicherungswirtschaft auswirken könnte. Erlangt der Richterspruch aus München Rechtskraft, werden Versicherungen demnächst nur sehr schwer Änderungen an den Provisionen zu Lasten der Vertreter durchsetzen können. Auf Dauer werden viele Unternehmen deshalb wohl andere Vertriebswege weiter ausbauen. Das gilt für das Internet und den Annexvertrieb. Dann dürfte es in jedem Supermarkt bald auch ein Regal mit Versicherungspolicen geben.

Posted by Andre on 02/07 at 04:00 PM
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Versicherungsnehmern drohen weitere Renditeeinbußen

Die Serie negativer Nachrichten für Anleger und Versicherungsnehmer scheint kein Ende nehmen zu wollen. Dieses Mal sind es gleich mehrere Nachrichten, die für Unmut sorgen. Es folgt eine Übersicht der wichtigsten Entwicklungen und Ereignisse der vergangenen Tage, die Anlegern (und somit auch den Inhabern von Lebens- und Rentenversicherungen) wenig Freude bereiten dürften.

So sorgen beispielsweise anhaltende Spekulationen über mehrere amerikanische Kreditversicherer für Unsicherheit an den Börsen. Einige der großen Kreditversicherer sind allein nicht mehr überlebensfähig und müssen aufgefangen werden, sonst müssten zahlreiche Banken und Versicherungen weitere Abschreibungen in Milliardenhöhe vornehmen.

Die Verunsicherung an den Aktienmärkten sorgt für zunehmende Umschichtungen des Kapitals. Vor allem im Bereich der Rentenmärkte sind große Zuflüsse zu festzustellen. Allerdings scheint sich hier die Spreu vom Weizen zu trennen. Die Spreads zwischen guten Anleihen und Junkbonds sind in den vergangenen Tagen stark angewachsen. Die Junkbonds sind jetzt deutlich schlechter bewertet, wodurch zahlreichen Anlegern ganz immense Verluste beschert wurden.

Des Weiteren sind die Rating-Agenturen damit beschäftigt, die einzelnen Titel neu zu bewerten. Schlechtere Ratings tragen wiederum dazu bei, dass manche Anleger reagieren und die entsprechenden Papiere abstoßen müssen. So sind beispielsweise zahlreiche Geldmarktfonds dazu gezwungen, neu bewertete Papiere auszusortieren, was wiederum zu weiteren Kursverlusten führt.

So gesehen hat das Jahr 2008 schon einmal relativ schlecht begonnen. Ende des vergangenen Jahres sagten viele Experten voraus, dass es 2008 schwieriger sein würde, gute Renditen zu erzielen – doch mit solch einer Entwicklung haben nur die wenigsten gerechnet. Primär hatte man sich auf die Aktienmärkte fokussiert und hier mit Verlusten bei schlechteren Werten gerechnet. Dass es jetzt die vermeintlich sicheren Rentenpapiere getroffen hat, ist umso ärgerlicher – gerade für die vorsichtigen Anleger, die sich frühzeitig aus den Aktienmärkten zurückgezogen haben.

Es gibt aber auch gute Nachrichten aus dem Finanzbereich zu vermelden: Wie heute bekannt gegeben wurde, ist es der Deutschen Bank erneut gelungen, ein Rekordergebnis zu erzielen, was deren Aktionäre mit Sicherheit aufatmen lässt.

Posted by Jochen on 02/07 at 02:47 PM
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