Sorgenvolle Blicke in die Zukunft des Gesundheitswesens
Die Zahl spricht für sich: 52 Prozent sehen schwarz für das zukünftige Leistungsniveau der gesetzlichen Krankenkassen. Sie gehen davon aus, dass sich die Lage weiter verschlechtert und mit neuen Kürzungen zu rechnen ist. Das „Health Care Monitoring“, eine Umfrage de psychonomics AG unter 3.000 Personen ab 16 Jahren, brachte dieses Mal kaum gute Nachrichten mit sich. Denn auch im Bereich der privaten Krankenversicherungen (PKV) bröckelt es langsam und scheint die Zufriedenheit nachzulassen.
Fühlten sich im März 2007 noch 96 Prozent gut in der PKV versichert, waren es im November vorigen Jahres nur noch 91 Prozent. Noch deutlicher ist der Rückgang, geht es darum, ob auch wirklich die Behandlungsmöglichkeiten nach neuestem technischem Standard in Anspruch genommen werden können. Hier hatten im Frühjahr 2007 nur 21 Prozent Zweifel. Wenige Monate später im November stieg die Zahl auf 34 Prozent.
Etwas detaillierter sind die Ergebnisse im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherungen. Hier sind 85 Prozent grundsätzlich zufrieden mit ihrer Kasse. Um die Leistungs-Lücken zu schließen, wollen 46 Prozent sich um eine private Zusatzversicherung bemühen. In die Tat umgesetzt hat es gerade einmal ein Drittel der Befragten. Dafür wären über die Hälfte bereit, einen höheren Beitrag zu bezahlen, wenn das Leistungsspektrum verbessert und mehr Innovationen mit sich bringen würde. Um die Kosten zu senken, wären zudem 77 Prozent mit Abstrichen bei den Arzneimitteln in Form von Rabattierung oder günstigeren Produkten einverstanden.
Bedenklich ist hingegen, dass die andauernde Diskussion um die Gesundheitspolitik sich bei den Bürgern im Kopf festgesetzt hat. Viele schweigen lieber, wenn sie krank sind. Sie fürchten einerseits die Missbilligung, andererseits gilt es schon fast als Makel, krank zu sein. Kein Wunder also, dass jeder Fünfte sich überlegt, lieber ins Ausland zum Arzt zu gehen. Und, als kleiner Denkzettel an die Politik: 60 Prozent der Umfrageteilnehmer glauben nicht mehr, dass die Gesundheitspolitik in der Lage ist, eine effektive und langfristige Gesundheitsversorgung sicherzustellen.
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