Islamische Versicherungen
Im Bankbereich nimmt das Angebot an islamischen Bankprodukten bereits seit Jahren spürbar zu. Hierbei handelt es sich um Finanzprodukte, die den Regeln der islamischen Welt entsprechen und beispielsweise keine Zinszahlungen vorsehen. Finanzexperten sagen dem „Islamic Banking“ welches derzeit noch in seinen Kinderschuhen steckt, eine große Zukunft voraus. Immerhin ist die Zielgruppe sehr groß – und das nicht nur in arabischen Gefilden, sondern auch in Europa. So gibt es beispielsweise in Großbritannien mehrere Banken, die entsprechende Produkte anbieten.
Mittlerweile gibt es erste Finanzdienstleister, die islamische Finanzprodukte im Versicherungsbereich auflegen. Wie vorgestern bekannt wurde, steigt die österreichische UNIAQ Gruppe in das Geschäft mit islamischen Versicherungen ein. Zusammen mit einer in Dubai ansässigen Versicherungsgesellschaft werden islamische Versicherungen aufgelegt, die vorerst im arabischen Raum angeboten werden sollen.
Allerdings muss sich die Verfügbarkeit dieser Versicherung nicht dauerhaft auf dem arabischen Raum beschränken. Weil die Banken mit ihren islamischen Finanzprodukten in Großbritannien recht erfolgreich sind, könnte es schon bald sein, dass dort adäquate Versicherungen angeboten werden. Für die dort ansässigen Muslime bedeutet das im Gegenzug, dass sie nun endlich Bank- und Versicherungsprodukte abschließen können, die mit ihrer Religion in Einklang stehen.
Doch nicht nur Großbritannien, sondern auch Deutschland wäre für die jeweiligen Anbieter ein enormer Wachstumsmarkt. Immerhin leben in Deutschland rund 3,3 Millionen Muslime. Ob und zu welchem Zeitpunkt islamische Bank- und Versicherungsprodukte in Deutschland angeboten werden, ist allerdings noch unklar. Gerade in Deutschland wird ausländischen Versicherern der Eintritt nicht gerade leicht gemacht: Zahlreiche Gesetze und Vorschriften sorgen bei den Anbietern für Zurückhaltung. Sollten die bisherigen Anbieter mit ihren Konzepten im Ausland erfolgreich sein, ist es vermutlich trotzdem nur noch eine Frage der Zeit, bis unser Versicherungsdschungel um weitere Produkte anwächst, so dass es für die Verbraucher noch schwieriger wird, passende Versicherungslösungen zu finden.
Neue Darlehensform zur Sicherung der aktuell günstigen Hypothekenzinsen
Wie meinen letzten Postings zum Thema Zinsentwicklung zu entnehmen ist, gehen derzeit nahezu alle Banken und Hypothekenvermittler davon aus, dass die Hypothekenzinsen nur noch wenig Spielraum nach unten haben. Die meisten Anbieter rechnen mittel- und langfristig von einem Zinsanstieg, und raten potentiellen Darlehensnehmern, ihre Finanzierungen möglichst bald festzumachen.
Allerdings gibt es zahlreiche Interessenten, die nicht unter Zugzwang stehen und noch mehrere Wochen oder gar Monate Zeit haben, ihre Immobilienfinanzierung in trockene Tücher zu bringen. Diese fragen sich des Öfteren, ob sie tatsächlich handeln oder lieber noch ein wenig abwarten sollen – schließlich könnte sich der Zinsrückgang der vergangenen Wochen noch weiterhin fortsetzen. Sollte dieser Fall eintreten, dann wäre es sehr ärgerlich, frühzeitig gehandelt und den Zinssatz bereits gesichert zu haben, schließlich ist es dann nicht mehr möglich, am Zinsrückgang zu partizipieren.
Mit einem neuen Finanzprodukt bzw. einem neuartigen Immobiliendarlehen soll dies jetzt anders werden. Wie der Vermittler Hypothekendiscount diese Woche bekannt gegeben hat, befindet sich das Unternehmen in der Lage, ein Darlehen anzubieten, bei welchem der Zinssatz nachträglich angepasst werden kann. Das Produkt ist so aufgebaut, dass der Zinssatz bis zu einem halben Jahr nach Abschluss des Darlehensvertrags noch angepasst werden kann. Sollten die Zinsen weiterhin fallen, so kann der Kunde von seinem Recht Gebrauch machen und von der Bank eine Zinsanpassung fordern. Sollten die Hypothekenzinsen hingegen steigen, so kann er den günstigen Zinssatz beibehalten.
Das Angebot soll übrigens auch für Erstfinanzierer gelten. Allerdings ist der Einsatz von Eigenkapital vorgesehen. Nach Angaben von Hypothekendiscount müssen mindestens 20 bis 30 Prozent Eigenkapital eingesetzt werden. Ob es sich hierbei um ein exklusives Angebot von Hypothekendiscount handelt, oder ob das Darlehen auch über andere Vermittler erhältlich ist, konnte ich derzeit noch nicht in Erfahrung bringen. Sobald nähere Informationen vorliegen, werden diese nochmals in einem neuen Posting bekannt gegeben.
Kundenorientierung als neues Studienfach für Führungskräfte der Versicherungsbranche
Neue Kunden zu gewinnen, ist eine Sache. Diese Kunden auf Dauer zu halten, eine weitaus schwierigere Aufgabe, der sich Banken und Versicherungen in zunehmenden Maße stellen müssen. Die Konkurrenz schläft schließlich nicht und die Dienstleistungen lassen sich, nimmt es genau, beliebig austauschen im Sinne eines Anbieterwechsels. Um das Gespür für den Kunden bei Managern und Mitarbeitern zu schärfen, gibt es jetzt einen Studiengang in der Schweiz. „CAS Customer Focus für Finanzdienstleistungsunternehmen“ nennt sich das Angebot der Hochschule Luzern.
Im Zentrum des Kurses, der berufsbegleitend über zehn Monate stattfindet, stehen der Service, das Marketing und der Vertrieb – kurzum: die Kundenorientierung. Die Weiterbildung richtet sich an operative Projekt- und Linienverantwortliche, praxisorientierte Führungskräfte und jeden, der ein Diplom einer Hoch-, Wirtschafts- oder Verwaltungsschule nachweisen kann. Zudem sollten die Teilnehmer mindestens fünf Jahre Erfahrung im kundenorientierten Umfeld haben.
Organisiert wird der Unterricht vom IFZ Institut für Finanzdienstleistungen Zug. Er ist aufgebaut in vier Module, für die jeweils mehrere Tage eingeplant werden müssen. Im Modul I sind es vier Einheiten von je drei Tagen – jeweils donnerstags bis samstags. Zu den insgesamt 30 Tagen Weiterbildung kommen 20 Tage für ein Praxisprojekt, um das Erlernte zu vertiefen. Die erfolgreiche Teilnahme wird mit dem „Certificate of Advanced Studies in Customer Focus“ sowie 18 Credit Points für das European Credit Transfer System – Punkte, durch die sich Leistungen von Studenten im europäischen Raum vergleichen lassen – belohnt. Die Kosten für den Kursus: 13.900 Schweizer Franken.