Zinsausblick zum Wochenende
Es ist Wochenende und Baugeldvermittler wie Hypothekendiscount und Interhyp haben ihre Zinsnewsletter verschickt. Somit möchte ich wieder einmal die Gelegenheit nutzen und alle potentiellen Darlehensnehmer über die aktuelle Situation an den Zinsmärkten sowie die voraussichtliche Entwicklung der Hypothekenzinsen informieren.
Das derzeit zentrale Thema ist immer noch die Rezession in den USA. Nach langer Zeit gestehen nun auch amerikanische Politgrößen ein, dass sich die Vereinigten Staaten in einer Rezession befinden. Nahezu alle Finanzexperten sind sich darüber einig, dass in den kommenden Wochen noch weitere Zinssenkungen folgen werden. Die Zinsexperten der Interhyp weisen allerdings darauf hin, dass die bevorstehenden Zinssenkungen von den Märkten größtenteils vorweggenommen wurden bzw. in den aktuellen Zinssätzen schon eingepreist sind. Deshalb gehen die Münchner davon aus, dass die Zinsen aus mittelfristiger Sicht wieder steigen werden. Vorstand Haselsteiner spricht von einer Binnenkrise, von der ausschließlich die USA betroffen sind.
Was die europäischen Märkte betrifft, so gehen die Experten von einem zunehmenden Wirtschaftswachstum aus. Die Zinsspezialisten von Hypothekendiscount verweisen auf den IFO- Geschäftsklimaindex, der zum dritten Mal in Folge überrascht und auf ein stärkeres Wirtschaftswachstum in Deutschland deuten lässt. Dementsprechend muss sich die EZB nicht dazu gezwungen sehen, denselben Kurs wie die amerikanische FED zu verfolgen. Aufgrund einer weiterhin hohen Inflation sieht es eher danach aus, als ob die EZB demnächst eine Zinserhöhung vornehmen wird. Deshalb rechnen die Baugeldvermittler in den kommenden Wochen mit steigenden Kapitalmarktzinsen, die auch zu steigenden Hypothekenzinsen führen werden.
Potentiellen Darlehensnehmer kann somit nur empfohlen werden, die Gelegenheit zu nutzen und die derzeit niedrigen Hypothekenzinsen zu sichern. Besonders Anschlussfinanzierer sollten darüber nachdenken, sich zeitnah für den Abschluss eines Forwarddarlehens zu entscheiden. Die steiler werdende Zinsstrukturkurve führt nämlich zu höheren Forwardaufschlägen und macht die Darlehen spürbar teurer.
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