Baufinanzierung im Alter
Schon seit mehr als zwei Jahren haben die Kreditinstitute mit einem Rückgang der Nachfrage im Bereich der Baufinanzierung zu kämpfen. Aus diesem Grund begeben sich immer mehr Kreditinstitute auf die Suche nach neuen Kundensegmenten, mit deren Erschließung sie ihre Umsatzzahlen aufrechterhalten können. Eine dieser Gruppen scheint die Generation 50-Plus zu sein. Bereits seit einigen Monaten ist festzustellen, dass zunehmend mehr Banken dazu übergehen, diese Kundengruppe gezielt anzusprechen und für den Erwerb von Wohneigentum zu begeistern.
Bisher waren die Banken vergleichsweise zurückhaltend, wenn es um die Darlehensvergabe an ältere Interessenten ging. Die frühere Zurückhaltung war in erster Linie darauf zurückzuführen, dass Darlehen, die an ältere Darlehensnehmer vergeben werden, über ein höheres Ausfallrisiko verfügen. Dies ist wiederum auf mehrere Gründe zurückzuführen, wie zum Beispiel auf den bevorstehenden Ruhestand und dem höheren Risiko, bei Arbeitslosigkeit keinen neuen Job mehr zu finden. Nun hat es allerdings den Anschein, als würden die Kreditinstitute diese Faktoren nicht mehr so stark bewerten und der Darlehensvergabe schneller zustimmen.
Für einige Angehörige der Generation 50-Plus mögen das gute Nachrichten sein – allerdings gilt es nichts zu überstürzen. Zwar kann es auch im Alter noch Sinn machen, Wohneigentum zu erwerben. Doch gerade bei der Baufinanzierung gilt es vorsichtig zu sein. Diese muss optimal auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt sein, damit man später im Rentenalter in keine finanziellen Schwierigkeiten gerät. So kommt vor allem dem Tilgungssatz eine hohe Bedeutung zu. Er sollte vergleichsweise hoch gewählt werden – ein Tilgungssatz von einem Prozent wäre eindeutig zu niedrig. Besser ist ein Tilgungssatz von zwei bis drei Prozent. Somit lässt sich bewerkstelligen, dass das Darlehen innerhalb von 15 bis 20 Jahren vollständig getilgt wird. Häufig ist es sogar besser, in der Anfangsphase noch höher zu tilgen, denn sobald man in den Ruhestand übergeht, verringert sich in aller Regel das Einkommen, so dass auch der Tilgungssatz angepasst werden muss. Damit wäre auch schon der nächste Punkte genannt: Das Immobiliendarlehen sollte möglichst flexibel sein. Beim dritten und letzten Punkt, der bei der Darlehensaufnahme zu beachten ist, handelt es sich um die Wahl der passenden Zinsbindung: Um sich gegen einen möglichen Zinsanstieg bei einer Anschlussfinanzierung abzusichern, sollte man eine lange Zinsbindung wählen. Besonders empfehlenswert sind Volltilgerdarlehen: Bei ihnen ist der Zinssatz bis zum Ende der Laufzeit fest vereinbart.
