Fehler bei der Baufinanzierung
Wie ich gestern bereits in Gefahren bei der Baufinanzierung angekündigt habe, geht es in meinem heutigen Blog-Post um Fehler, die bei der Finanzierung von Immobilien begangen werden können. Hierbei handelt es sich um Fehler, die sich ganz einfach vermeiden lassen – letzten Endes muss man sich einfach nur kennen, um sie bei der Gestaltung der Finanzierung berücksichtigen zu können.
Zunächst einmal sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es bei der Aufnahme eines Immobiliendarlehens keinesfalls nur darauf ankommt, dieses zu einem möglichst niedrigen Zinssatz abzuschließen. Zwar kommt dem Zinssatz eine hohe Bedeutung zu, aber dennoch ist es mindestens genauso wichtig, dass die Finanzierung auf die finanziellen und persönlichen Bedürfnisse des Darlehensnehmers zurechtgeschnitten ist.
Dies bedeutet unter anderem, eine passende Zinsbindung zu wählen. Einer der größten Fehler, den zahlreiche Darlehensnehmer machen, stellt die Wahl einer falschen Zinsbindung dar. Um einen möglichst attraktiven Zinssatz zu erhalten, entschließen sie sich meist für eine Zinsbindung von zehn oder teilweise sogar nur fünf Jahren. Dies hat jedoch zur Folge, dass es nicht sehr lange dauern wird, bis die erste Anschlussfinanzierung vor der Tür steht. Sollten während der Laufzeit die Zinsen steigen, so steht der Darlehensnehmer vor dem Problem, bei der Anschlussfinanzierung einen erheblich höheren Zinssatz in Kauf nehmen zu müssen, was vor allem dann sehr ärgerlich ist, wenn die Restschuld immer noch sehr hoch ist. Bei einem Zinsanstieg von nur einem Prozent und einer Restschuld von 100.000 Euro sorgt solch ein Fehler für immense Zusatzkosten. Im Hinblick auf die Gesamtlaufzeit des Darlehens könnte das bedeuten, zusätzliche Zinsen in Höhe von 15.000 – 20.000 Euro entrichten zu müssen – und das nur, weil man ursprünglich sparen wollte und sich für eine kurze Zinsbindung entschieden hat.
Beim zweiten großen Fehler handelt es sich um die Wahl eines zu geringen Tilgungssatzes. Derzeit sind die Hypothekenzinsen so günstig, wie sie es seit vielen Jahrzehnten nicht waren. Da wäre es schade, eine geringe Tilgung zu leisten, obwohl man sich eine höhere Rate zutrauen könnte. Sollte man sich beim aktuellen Zinsniveau für einen Tilgungssatz von nur einem Prozent entscheiden (den viele Bankberater sogar empfehlen), so dauert es rund 36 Jahre, bis das Darlehen vollständig getilgt ist. Bei einem Finanzierungsvolumen von 120.000 Euro würde eine Erhöhung des Tilgungssatzes um ein Prozent, lediglich 100 Euro an monatlichen Mehrkosten hervorrufen – die Darlehenslaufzeit würde jedoch um mehr als elf Jahre verkürzt werden.
Im morgigen Blog-Post werden noch zwei weitere Fehler vorgestellt, die Immobilienkäufer und Bauherren bei der Finanzierung immer wieder begehen.
