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Dienstag, April 15, 2008

Fehler bei der Baufinanzierung – Teil 2

Bei der Immobilienfinanzierung werden von den Darlehensnehmern immer wieder Fehler gemacht, die zu erheblichen Zusatzkosten führen oder die Flexibilität der Finanzierung stark einschränken. Dies ist die Fortsetzung des gestrigen Blog-Posts, in welchem die häufigsten Fehler der Baufinanzierung vorgestellt werden.

Einer der schwersten Fehler, der bei der Finanzierung einer Immobilie begangen werden kann, ist die Aufnahme eines zu hohen Darlehensbetrags. Leider kommt es immer wieder vor, dass sich Bauherren oder Immobilienkäufer übernehmen. D.h. es werden Darlehensbeträge aufgenommen, die für die Darlehensnehmer eigentlich zu hoch sind. Zwar befinden sich die Darlehensnehmer in der Lage, die Raten aufzubringen, jedoch bleibt ihnen dann nicht mehr viel Geld übrig, um sich andere Dinge leisten zu können. Sollte es in solch einer Situation zu finanziellen Schwierigkeiten kommen, beispielsweise durch das Eintreten von Arbeitslosigkeit, so stehen die Darlehensnehmer vor großen Schwierigkeiten. Ähnlich verhält es sich auch, wenn das Darlehen vor dem Einritt in den Ruhestand noch nicht getilgt ist und sich plötzlich das Einkommen verringert. Solche Fälle können sehr böse enden – im schlimmsten Fall mit dem Verlust des gesamten Vermögens.

Ein weiterer Fehler, der immer wieder begangen wird, ist der Verzicht auf Optionen, die dem Darlehen mehr Flexibilität verleihen. Viele Banken handhaben es nämlich so, dass sie ihren Kunden einen Zinsvorteil einräumen, wenn diese auf die Sondertilgungsmöglichkeiten oder ähnliche Optionen verzichten. Im Hinblick auf den Zinssatz mag es zwar vorteilhaft sein, auf diese Optionen zu verzichten – doch wenn sich die Lebensumstände plötzlich ändern, kann es vor großem Vorteil sein, die entsprechende Option ausüben zu dürfen. Ein gutes Beispiel für solch eine Option ist die Möglichkeit einer Tilgungsanpassung. Aufgrund einer neuen Einkommenssituation kann es unter Umständen erforderlich sein, den Tilgungssatz vorübergehend zu senken, um somit die finanzielle Belastung zu reduzieren – dies kann zum Beispiel während einer Elternzeit sehr hilfreich sein. Andernfalls kann die Darlehensrate den finanziellen Handlungsspielraum stark einschränken. Deshalb ist es empfehlenswert, Darlehen abzuschließen, die ein möglichst hohes Maß an Flexibilität bieten – auch wenn man dafür ggf. einen geringen Zinsaufschlag in Kauf nehmen muss.

Posted by Jochen on 04/15 at 04:19 PM
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