Kommt er, der nächste Ärztestreik?
Vielleicht ja, vielleicht nein. Sicher ist, die Kassenärzte wollen mehr Geld. Und zwar wesentlich mehr, als unsere Gesundheitsministerin, Ulla Schmidt, den Medizinern angeboten hat. Fast doppelt so viel wird nun verlangt, 4,5 Milliarden Euro, wenn dem nicht Folge geleistet wird, drohen Streiks, so wird gewarnt. Derweil ist der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung dabei, die Alpträume jedes gesetzlich Versicherten in Worte zu fassen: “Ohne diese Finanzspritze ist die Versorgung der Patienten nicht mehr zu gewährleisten”. Und er geht noch weiter, es werde zu einer “Protest- und Ausstiegswelle ungeheuerlichen Ausmaßes“ kommen, wenn die Kassenärzte nicht mehr Geld sehen.
Zuletzt wurde den in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der KBV, angeschlossenen Ärzten ein zusätzliches Honorar von etwa zehn Prozent angeboten vom Bundesgesundheitsministerium. Momentan beträgt das Honorar für die Allgemeinmediziner, die Hausärzte also, und für die niedergelassenen Fachärzte gut 23 Milliarden Euro. Aufgestockt sollte das Ganze um etwa 2,5 Milliarden Euro werden. Dies würde zugleich zu einer Erhöhung um ca. 0,25 Prozentpunkte bei den Beiträgen zu den Gesetzlichen Krankenkassen bedeuten. Der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und ihrem Chef, Andreas Köhler, geht das jedoch noch nicht weit genug in Bezug auf die Höhe des Honorars. Die von der KBV geforderte Erhöhung würde jedoch zu einer Verdoppelung der angedachten 0,25 Prozentpunkte führen. Und ein halber Prozentpunkt bedeutet letztlich wieder weniger Geld in der Tasche der Versicherten. Angesichts immer mehr gestrichener Leistungen ein Witz, der nicht mehr zu enden und dazu auch noch Realität zu werden scheint. Denn Köhler ist sich sicher, die Forderung beim Gesundheitsministerium rund um Frau Schmidt durchsetzen zu können.
Es wird also wieder Zeit, sich nach einer guten Zusatzversicherung umzusehen im Bereich der Privaten Krankenkassen. Mehrfach schon haben wir über die Vorteile solcher zusätzlicher Versicherungen - zum Beispiel für Sehhilfen oder Zahnersatz – berichtet. Je weniger Leistungen es aus dem Topf der Gesetzlichen Krankenkassen gibt, desto wichtiger wird eine gute private Versorgung. Denn welches Gut ist wichtiger als die Gesundheit? Doch das wird leider bei den gegenwärtigen Diskussionen wohl wieder einmal völlig vergessen …
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Christel on 05/19 at 02:59 PM
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Allianz-Agenturen streichen die Segel
Laut Informationen der WirtschaftsWoche wird das Agentur-Netz der Allianz in den kommenden Jahren merklich ausgedünnt. Von den rund 10.000 Agenturen hätten 30 Prozent, in einigen Regionen sogar wesentlich mehr, ernste wirtschaftliche Probleme. Spiegel dieser Entwicklung ist die hohe Zahl der Kündigungen, die auf den verschärften Wettbewerb und die rigiden Vorgaben des Versicherungskonzerns zurückgeführt werden. Das heißt: Die Probleme der Agenturen sind teilweise hausgemacht.
Ganz neu und unerwartet ist diese Situation nicht. Personalabbau auf der einen und strengere Richtlinien auf der anderen Seite erweisen sich als explosives Gemisch, an dem viele scheitern bzw. das viele nicht länger tragen wollen. Schon im vergangenen Jahr hätten 15 Prozent der Agenturen in Bayern die Segel gestrichen und ihre Zusammenarbeit mit der Allianz beendet, so die Wirtschaftswoche. Bestätigen oder kommentieren wollte das Unternehmen diese Daten nicht. Ein Sprecher erklärte lediglich, dass die Fluktuationsquote seit zehn Jahren stabil sei. Eingeräumt wird allerdings, dass der Unternehmensumbau zu Arbeitsrückständen geführt habe. In Nordwestdeutschland lägen dem Magazin zufolge 54.000 unbearbeitete Verträge und Schadensmeldungen und warteten darauf, dass sich die Allianz-Mitarbeiter ihrer annehmen.
Doch auch die Angestellten der Versicherung sind nicht sonderlich glücklich über die aktuellen Trends. Das zeigt sich vor allem bei den so genannten Leistungsträgern aus den Bereichen Controlling, IT, Finanzen und Versicherungsmathematik. Sie machen inzwischen 30 Prozent der Mitarbeiter aus, die von sich aus gekündigt haben. Besonders kritisch sei der Weggang in der Zeit von Anfang 2006 bis Sommer 2007 gewesen. Bei anderen Mitarbeitern scheint die Allianz ganz froh über die Fluktuation zu sein. Anders ist das arbeitgeberinterne Verhandlungspapier nicht zu verstehen, in dem es darum geht, durch Orts- und Arbeitsveränderungen das neue Betriebsmodell umzusetzen.
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Andre on 05/19 at 12:36 PM
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Wenn Bausparkassen ihre Verträge kündigen
Wer einen Bausparvertrag abschließen möchte, kann aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Tarifen wählen. Neben den äußerst beliebten Niedrigzinstarifen bieten die Bausparkassen auch Tarife an, die sich in erster Linie durch eine hohe Verzinsung des gesparten Kapitals auszeichnen. Diese Tarife sind vor allem für Bausparer interessant, die sich noch nicht sicher sind, ob sie das Bauspardarlehen tatsächlich in Anspruch nehmen möchten.
In der vergangenen Woche berichtete die FAZ über Bausparkassen, die zunehmend häufiger dazu übergehen, entsprechende Verträge zu kündigen. Konkret geht es um Bausparverträge des BHW, die eine Verzinsung von rund fünf Prozent bieten. Aufgrund dieser hohen Zinssätze können die Bausparer eine vergleichsweise hohe Rendite erzielen. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass sie nicht daran interessiert sind, das Bauspardarlehen abzurufen. Stattdessen bleibt das Kapital unangetastet, um weiterhin die hohen Zinsen zu erhalten. Allerdings wurde vom BHW die Entscheidung getroffen, die entsprechenden Verträge zu kündigen und das Bausparguthaben auszuzahlen.
Die betroffenen Bausparer waren logischerweise empört und haben sich an die zuständige Ombudsfrau gerichtet. Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Schlichtungsstelle, die zwischen beiden Parteien vermittelt und zu einer einvernehmlichen Lösung führen soll. Auf diese Weise können teure Gerichtsprozesse umgangen werden. Doch zum Erstaunen zahlreicher Experten, hat die Ombudsfrau zu Gunsten der Bausparkasse entschieden bzw. vertritt sie die Meinung der Bausparkassen, entsprechende Verträge kündigen zu dürfen.
Für die Bausparer bedeutet dies, nun doch vor Gericht ziehen zu müssen. Laut Ansicht mehrerer Rechts- und Finanzexperten stehen die Chancen der Verbraucher, Recht zu erhalten, vergleichsweise gut. Konkrete Informationen, ob die Bausparer Klage erheben werden, liegen derzeit allerdings noch nicht vor.
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Jochen on 05/19 at 12:22 PM
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