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Dienstag, November 11, 2008

Dem AWD wird in Österreich mangelhafte Beratung vorgeworfen

Um den „unabhängigen Finanzoptimierer“ AWD ist es relativ ruhig geworden, seit die SwissLife mit an Bord ist – abgesehen vom fehlgeschlagenen Versuch, sich auch bei der Konkurrenz einzukaufen. Doch der Schein trügt. Während in der Bundesrepublik alles in gewohnten Bahnen verläuft, muss sich der AWD-Vorstand in Österreich der Kritik des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) stellen. Die Verbraucherschützer der Alpenrepublik werfen den Beratern vor, Kunden gar nicht oder nur oberflächlich über die möglichen Risiken beim Kauf von Immofinanz-Aktien informiert zu haben. Dass der Chef des Unternehmens, Wolfgang Prasser, plötzlich den Stuhl räumt, schürt die Gerüchteküche.

Für Kurt Rauscher, AWD-Österreich-Vorstand, brechen damit schwere Zeiten an. Er ist hauptsächlich damit beschäftigt, den schützenden Mantel über seine Mitarbeiter auszubreiten. Laut Tageszeitung „Kurier“ häufen sich die Beschwerden über die Beratungsleistung. Immer mehr Kunden meldeten sich, dass ihnen nicht alle Fakten genannt und sie sogar davon abgehalten worden seien, die Papiere wieder zu verkaufen. Deren schlechte Performance sorgt jetzt für lange Gesichter. Der VKI nimmt sich dieser Fälle an, sammelt sie und lotet aus, ob Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können. Von den 300.000 Kunden des AWD sind laut Brancheninsidern rund 150.000 betroffen – individuelle Beratung sieht anders aus.

Kurt Rauscher bezeichnet die Vorwürfe als „aus der Luft gegriffen“. Die Immofinanz-Aktien hätten über Jahre gute Renditen gebracht, zu denen niemand gratuliert habe. Es sei nicht vorhersehbar gewesen, dass die Aktien einen solchen Einbruch erlebten. Der AWD prüfe alle Produkte, ehe sie in den Verkauf gingen. Zudem würde jedes Gespräch dokumentiert und von den Kunden unterschrieben. Die Berater könnten nur Vorschläge unterbreiten. Die Entscheidung liege dann ausschließlich beim Verbraucher. Die hohe Provision – laut Experten drei Mal höher als bei einem Altersvorsorgeprodukt – sei jedenfalls nicht der Grund dafür gewesen, dass Immofinanz so oft vermittelt wurde.

Das wird vom VKI ebenso angezweifelt wie die Aussage, dass die Berater keine Bestandsprovisionen erhielten und damit einen Vorteil dadurch hätten, dass die Kunden die Aktien behalten. Denn das sei durchaus üblich. Bleibt abzuwarten, was die Prüfung durch den VKI ergibt. Auch der AWD will sich der Sache annehmen.

Posted by Andre on 11/11 at 05:52 AM
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