Zwangsversteigerung: Zahlreiche Bieter sind unerfahren
In meinem vorangegangenen Beitrag wurde aufgezeigt, dass das Interesse an Zwangsversteigerungen spürbar zugenommen hat. Aufgrund der globalen Finanzkrise wittern zunehmend mehr Menschen die Chance, per Zwangsversteigerung günstig Eigentum an einer Immobilie erlangen zu können. Gleichzeitig wurde im Blogbeitrag darauf hingewiesen, dass die Teilnahme an einer Zwangsversteigerung mit gewissen Hindernissen und Risiken verbunden sein kann. In diesem Beitrag soll näher aufgezeigt werden, welche Punkte bei der Teilnahme an einem Zwangsversteigerungsverfahren zu beachten sind.
Zunächst einmal ist es wichtig, dass man sich mit der angebotenen bzw. zur Auktion stehenden Immobilien sehr genau beschäftigt. Es ist wichtig, die zur Verfügung stehenden Dokumente präzise zu studieren. Daher reicht es auch nicht aus, sich erst wenige Tage vor dem Versteigerungstermin in die Materie einzuarbeiten. Stattdessen gilt es die Dokumente, die man auf dem jeweiligen Amtsgericht einsehen und auch anfordern kann, genau zu lesen und alle offenen Fragen zu klären. Gerade Privatpersonen, die nicht beruflich mit Immobilien zu tun haben, können hier auf zahlreiche Fragen stoßen. Gerade im Hinblick auf Grundbucheinträge bestehen oftmals zahlreiche Unklarheiten. Hier empfiehlt es sich, die Punkte allesamt aufzuschreiben und dann direkt vor Ort zu klären – und zwar vor dem eigentlichen Auktionstermin.
Sofern man an einer Zwangsversteigerung teilnehmen und auf die Immobilie bieten möchte, ist es sehr wichtig, die Finanzierung des Vorhabens zu sichern. Es gilt einen Banktermin zu vereinbaren und sich zumindest eine Finanzierungsbestätigung einzuholen. Man sollte niemals bieten, wenn man nicht über die Gewissheit verfügt, ein Darlehen zu erhalten. Des Weiteren ist es sehr wichtig, sich von einen durch die Bundesbank gedeckten Scheck ausstellen zu lassen: Dieser wird benötigt, um die Anzahlung im Falle eines Zuschlags leisten zu können – denn Barzahlungen werden nicht mehr akzeptiert. Einen entsprechenden Scheck kann man sich bei regionalen Banken wie zum Beispiel Sparkassen oder Volksbanken ausstellen lassen.
Am besten ist es natürlich, wenn man sich zuvor mit Fachliteratur eindeckt und ein solides Wissen aufbaut. Mit dem Wissen eines Profis im Hinterkopf gestaltet es sich wesentlich leichter, bei einer Zwangsversteigerung erfolgreich zu sein und eine gute Immobilie zu erwerben.
