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Dienstag, Januar 27, 2009

Versicherungskunden sind nicht mehr so treu wie einst

Versicherungskunden sind erheblich kritischer geworden und reagieren schneller auf Missstände. Das spiegelt sich in der Zahl der Kündigungen wider, die tatsächlich ausgesprochen wurden oder zumindest beabsichtigt sind. In den vergangenen Jahren haben 16 Prozent der Bundesbürger mindestens eine ihrer Policen gekündigt. Mit dem Gedanken spielten 2008 sogar 21 Prozent. Vor neun Jahren waren es im Vergleich dazu nur 13 Prozent der Kunden, die überlegten, ihre Versicherungsverträge zu kündigen und einen anderen Anbieter zu wählen.

Das sind die Ergebnisse des aktuellen Kundenmonitor Assekuranz mit dem Schwerpunkt Stornoanalyse, erstellt vom Marktforschungs- und Beratungsinstitut psychonomics AG. Die repräsentative Studie mit über 3.800 Teilnehmern ab 14 Jahren zeigt auf, woran es bei den Unternehmen hapert und warum Kunden überhaupt kündigen wollen.

Betroffen von den Kündigungsabsichten ist in erster Linie die Sparte Kfz-Versicherung. Doch auch in den Bereichen private Kranken- und Unfallversicherung, Rechtsschutz-, Risiko-Lebens- und Krankenzusatzversicherung neigen Kunden eher dazu, sich von ihrem jetzigen Versicherungsunternehmen zu trennen. Finanzielle Gründe sind dabei nur ein Aspekt. Viel schwerer wiegen die Schwächen im Kundenbeziehungsmanagement der Assekuranzen. Die Versicherten sind schlichtweg unzufrieden mit dem Service und der Beratung. Das führte in 50 Prozent der Fälle direkt zur Kündigung und einem Anbieterwechsel. In der Folge wurden schließlich alle Verträge der Gesellschaft storniert. Als besonders kritisch zeigen sich Kunden im mittleren Alter, die ein höheres Einkommen erzielen.

Versicherungen, die nicht Gefahr laufen wollen, in Zukunft noch mehr Kunden zu verlieren, müssen sich laut Christoph Müller von der psychonomics AG „einiges einfallen lassen“. Er spricht sich für effektive Maßnahmen zur Kündigungsprävention aus und rät den Unternehmen, sich intensiver mit den Gründen für die Kündigungen zu befassen. Noch würden zu viele Versicherungen ihre Kunden einfach ziehen lassen. In 58 Prozent der Fälle sei nicht einmal der Versuch unternommen worden, sie zurückzugewinnen, obwohl 39 Prozent der Versicherten durchaus offen für neue, attraktive Angebote seien. Die Treue der Kunden müsse gestärkt werden und der Service insgesamt über den Erwartungen liegen. Christoph Müller gibt den Tipp, sich um ein professionelles Beschwerdemanagement zu bemühen und gezielt an der Prävention zu arbeiten, damit Kunden gar nicht erst auf die Idee kommen, kündigen zu wollen.

Posted by Andre on 01/27 at 07:09 AM
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Immobilieneigentümer verlosen ihre Häuser und werden reich

Private Immobilienverkäufer durften schon bessere Zeiten erleben: Wer heutzutage eine Immobilie verkaufen möchte, der hat es nicht gerade leicht. In den meisten Regionen sind die Immobilienpreise zuletzt deutlich eingebrochen und etliche Objekte finden trotz mehrfacher Preissenkungen einfach keine neuen Eigentümer. Dies trifft insbesondere für Immobilien zu, die sich auf dem Land sowie in Kleinstädten befinden: Weil es die Menschen in die Großstädte zieht, hat die Nachfrage stark nachgelassen – und die schlechten Wirtschaftsaussichten tun ihr Übriges: Viele Menschen wollen erst einmal abwarten und deshalb keine Immobilien kaufen.

Die schwierige Marktlage bringt Immobilienverkäufer auf ganz neue Ideen. Wie der „Bayerische Rundfunk“ meldet, kam eine österreichische Immobilieneigentümerin auf die Idee, ihr Haus zu verlosen. Die Angebote potentieller Käufer waren so niedrig, dass sie eine größere Chance darin sah, eine Verlosung zu wagen und Lose zum Preis von knapp 100 Euro auszugeben. Die Aktion kam sehr gut an: Mehr als 900.000 Euro soll die Frau eingenommen somit ein wesentlich besseres Geschäft gemacht haben. Inspiriert von dieser Aktion hat sich ebenso ein Mann aus Bayern dazu durchgerungen und sein Eigenheim verlost: Auch er soll eine ähnlich hohe Summe eingenommen und somit ein wirklich gutes Geschäft gemacht haben.

Ob sich diese Form des Immobilienverkaufs etablieren wird, bleibt allerdings abzuwarten. Immerhin ist es zumindest in Deutschland so, dass die Durchführung kommerzieller Verlosungen nur unter der Erfüllung bestimmter Voraussetzungen erlaubt ist – eventuell könnte auf den bayerischen Immobilienverloser noch einiges zukommen. Unter Umständen könnten Strafzahlungen anfallen und das Finanzamt wird sicherlich auch die Hände aufhalten. Daher kann allen Immobilieneigentümern, die sich ebenfalls inspiriert fühlen, nur zur Vorsicht geraten werden.

Posted by Jochen on 01/27 at 07:07 AM
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