Frauen sollten auf eine flexible Altersvorsorge achten
Das Thema Altersarmut rückt wieder stärker ins Rampenlicht. Dafür sorgt in erster Linie die Kritik am gesetzlichen Rentensystem, die in dem – sicherlich nicht ganz neuen – Vorschlag mündet, die Renten gerechter zu verteilen. Reiche sollen weniger bekommen, Geringverdiener bessergestellt werden. Solange dieser Wunsch nicht realisiert wird, bleibt nur die private Altersvorsorge, um später einigermaßen über die Runden zu kommen. Worauf Frauen achten sollten, wenn sie privat vorsorgen, erklärt der Bund der Versicherten (BdV) und warnt eindringlich: „Altersarmut ist eindeutig weiblich.“
Auf die Ehe als „Vorsorgebündnis fürs Alter“ sollten Frauen nicht setzen, das belege die steigende Zahl alleinlebender, alleinerziehender und geschiedener Frauen. Der Bund der Versicherten rät daher, schon in der Jugend mit einer gezielten Altersvorsorge zu beginnen. Als Möglichkeiten nennt der BdV zum einen die betriebliche Altersvorsorge, zum anderen die Riester-Rente. Das staatlich geförderte Modell biete den Vorteil, dass es sich dem Einkommen anpasse – wer wenig verdient, muss auch weniger zahlen. Der Staat zahle darüber hinaus Zulagen für die Kinder.
Eine Lösung von der Stange gebe es nicht. Deshalb müsse mit jedem neuen Lebensabschnitt, wie zum Beispiel der Heirat, der Geburt der Kinder und möglicherweise der Scheidung, geprüft werden, ob die Strategie für die Altersvorsorge noch ausreicht. Entscheidend sei, dass die Anlagemöglichkeiten genügend Flexibilität bieten und der „weiblichen Erwerbsstruktur“ entsprechen. Das heißt nichts anderes, als dass Frauen bedingt durch Schwanger- und Mutterschaften eher mit Einkommensschwankungen rechnen müssen. Da flexible Altersvorsorgeoptionen in der Regel mit einer geringeren Rendite einhergingen, komme es auf den Anlagemix an.
Neben der reinen Altersvorsorge dürfe die Risikoabsicherung nicht vergessen werden. Sie sollte geklärt sein, bevor man sich Gedanken um eine private Rentenversicherung und die Optimierung des Vermögens macht. „Denn wer Einkommensausfälle etwa durch Krankheit oder durch Unfall nicht auffangen kann, wird am Ende keinen Euro mehr für die Altersvorsorge übrig haben“, so Lilo Blunck vom Bund der Versicherten. Die Empfehlung lautet hier ganz klar: So früh wie möglich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.
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