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Donnerstag, April 23, 2009

Baufinanzierung: Eigenkapital beeinflusst Zinssätze wieder stärker

Vor zwei Tagen habe ich hier im Blog einen Beitrag zum Thema Eigenkapitaleinsatz bei der Baufinanzierung veröffentlicht. Im Wesentlichen drückt der Beitrag aus, dass potentielle Darlehensnehmer wieder mehr Eigenkapital bei der Immobilienfinanzierung einsetzen müssen. Die Kreditinstitute sind vorsichtiger worden und sind zur Darlehensvergabe nur noch dann bereit, wenn die Darlehensnehmer ausreichend Eigenkapital einbringen können. Die so genannte Vollfinanzierung, bei welcher kein Eigenkapital eingesetzt werden muss, wird nur noch von wenigen Banken angeboten. Somit sind Bauherren und Immobilienkäufer wieder vermehrt dazu angehalten, erst einmal zu sparen und Vermögen zu bilden, damit sie überhaupt eine Finanzierungszusage erhalten können.

Doch es gibt noch einen weiteren Grund, der eindeutig für einen höheren Einsatz an Eigenkapital spricht: Wer mehr Geld bei der Baufinanzierung einbringen kann, erhält bessere Konditionen. Grundsätzlich ist dies keine Neuheit: Schon immer haben Darlehensnehmer, die entsprechend hohe Eigenmittel eingesetzt haben, von besseren Konditionen bzw. von niedrigeren Zinssätzen profitieren können. Allerdings ist festzustellen, dass die Banken ihre Kalkulation im Verlauf der Finanzkrise angepasst haben: Die Spannweite der Zinssätze ist auseinander gegangen. Wer über große Ersparnisse verfügt und diese bei der Finanzierung bzw. beim Immobilienerwerb einsetzt, erhält auch sehr gute Konditionen. Sollte man nur wenig Eigenkapital einsetzen können, so muss man nicht unerhebliche Zinsaufschläge in Kauf nehmen.

Zusammengefasst kann daher gesagt werden, dass angehende Immobilienkäufer und Bauherren gut damit beraten sind, wieder vermehrt Geld zu sparen und dieses beim Immobilienerwerb auch einzusetzen. Schließlich gestaltet sich so der Erhalt einer Finanzierungszusage erheblich leichter und zudem profitiert man auch noch von besseren Konditionen. Dies soll aber nicht bedeuten, dass man grundsätzlich so verfahren muss: Wer zum Beispiel jetzt bauen möchte oder bereits ein Kaufobjekt gefunden hat, sollte es natürlich versuchen – schließlich sind die Bauzinsen derzeit äußerst günstig. Wer noch abwartet und einige Jahre lang Rücklagen bildet, muss ggf. miterleben, wie die Zinsen steigen und eine Finanzierung immer teurer wird.

Posted by Jochen on 04/23 at 07:49 AM
Immobilien • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink

Beschwerdestatistik 2008 von der Krankenversicherung angeführt

Überall wo sich zwei Parteien an Spielregeln halten müssen, die unterschiedlich ausgelegt werden und zu (heftigen) Diskussionen führen können, bedarf es eines Schiedsrichters. So auch bei der Geschäftsbeziehung von Versicherungen zu ihren Kunden. Einerseits sorgen Ombudsmänner dafür, dass in strittigen Fällen möglichst einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Andererseits hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ein Auge auf das Gebaren der Assekuranzen und führt Buch über die Beschwerden der Verbraucher. Diese Statistik liegt für 2008 nun vor und zeigt recht deutlich, wo es hin und wieder mal hakt.

Trauriger Spitzenreiter ist der Bereich Krankenversicherungen. Laut BaFin gingen in dieser Sparte 5,18 Beschwerden je 100.000 Verträge ein. Nur unwesentlich besser schaut es bei den Lebensversicherungen mit einem Wert von 4,49 aus. Umgerechnet auf die Zahl der abgeschlossenen Verträge ergibt das bei den Lebensversicherern über 4.100 Eingaben. Auf den Plätzen folgen die Rechtsschutzversicherung (3,72), die Wohngebäudeversicherung (2,36), die Hausratversicherung (1,99), die Kfz-Versicherung (1,42), die Haftpflichtversicherung (1,42) und die Unfallversicherung (1,31). Unter dem Strich ergibt das für die gesamte Branche 10.779 Beschwerden alleine im vergangenen Jahr.

Den Anlass dafür, weshalb ein Kunde sich über ein Versicherungsunternehmen beschwert, listet die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht leider nicht auf. Auch dem Zahlenwerk der Ombudsmänner ist dieser Faktor nicht zu entnehmen. Allerdings wird sehr deutlich, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Einige Gesellschaften erreichten trotz hervorragender Noten für ihre Verbraucherfreundlichkeit, vergeben von der „Stiftung Warentest“, eine Beschwerdequote, die den Branchendurchschnitt um das 60-fache, teilweise sogar um das 200-fache übersteigt. Das liegt in erster Linie daran, dass es sich um recht kleine Versicherungen handelt, bei denen jede Beschwerde richtig ins Gewicht fällt. Auch mehrere Versicherer aus dem Europäischen Wirtschaftsraum haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert: Auch sie kommen auf Beschwerdequoten im zweistelligen Bereich.

Posted by Andre on 04/23 at 05:50 AM
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