Bausparverträge und Lebensversicherung bei der Baufinanzierung meiden
In meinem gestrigen Blogbeitrag zum Thema Baufinanzierung ging es um Finanzierungskonzepte, die eine Kombination von tilgungsfreien Darlehen und Bausparverträgen vorsehen. Bereits gestern habe ich deutlich gemacht, dass entsprechende Finanzierungskonzepte längst nicht für jedermann geeignet sind. Heute möchte ich noch einmal genauer auf das Thema eingehen und eine Alternative vorstellen.
Vor allem Regionalbanken raten zu Baufinanzierungen, die an Bausparverträge gekoppelt sind: Anstatt zu tilgen wird der Bausparvertrag bespart. Jedoch dauert es in den meisten Fällen viel zu lange, bis dieser eine Zuteilung erreicht – in der Zwischenzeit fallen viel zu hohe Zinsen an. Die Vorzüge des Bauspardarlehens (niedriger Zinssatz, keine Zinsbindung, hohe Sondertilgungen) sind zwar schön und gut, doch wenn man 15 Jahre oder länger Geld ansparen muss, damit der Bausparvertrag zuteilungsreif wird, kann man auch gleich ein klassisches Annuitätendarlehen abschließen und dieses tilgen.
Bei den meisten Vorhaben stellt die Finanzierung über ein Annuitätendarlehen die beste Lösung dar. Grund ist die sofortige Tilgung: Bereits mit der ersten Raten wird die Restschuld ein klein wenig abgetragen. Im Lauf der Zeit verringert sich der Zinsanteil, wodurch der Restschuldabtrag noch schneller vonstatten geht. Im Vergleich zum alternativen Finanzierungskonzept, das auf den Bausparvertrag setzt, lassen sich somit etliche tausend Euro an Zinszahlung verhindern.
Die Einbindung von Bausparverträgen ergibt bei der unmittelbaren Finanzierung daher nur bedingt einen Sinn. Nicht anders ist es um Lebensversicherungen bestellt, die als Tilgungsersatz vorgeschlagen werden. Die Verzinsung des Kapitals ist zu gering, es erfolgt kein Abtrag der Restschuld und ein Versicherungsschutz kann mit einer Risiko-Lebensversicherung günstiger erlangt werden.
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Jochen on 05/26 at 07:27 AM
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Die klassische Altersvorsorge ist wieder gefragt
Dass eine selbst initiierte Umfrage einem Unternehmen die Augen öffnet und auf eine verfehlte Produktpolitik hinweist, kommt nicht alle Tage vor. Die Gothaer Versicherung hat es bei ihrer Studie zur Altersvorsorge erlebt und kennt jetzt zumindest einen der Gründe, weshalb das Privatkundengeschäft im ersten Quartal dieses Jahres um fast 30 Prozent eingeknickt ist. Sie hat zu sehr auf fondsgebundene Policen gesetzt und die Klassiker vernachlässigt. In den Jahren 2007/2008 hatten sie lediglich einen Anteil von zehn Prozent an der Angebotspalette. Das rächt sich jetzt, da die meisten Kunden vor allem eines wollen: Sicherheit.
Nur sehr wenige sind bereit, auf steigende Kurse und damit eine möglicherweise höhere Rendite zu setzen. Damit leuchten zwei Sterne am Versicherungshimmel plötzlich wieder sehr viel heller als noch vor einigen Jahren: Die Lebens- und Rentenversicherung in der klassischen Variante. Sie beweisen, dass sie längst noch nicht zum alten Eisen oder aufs Abstellgleis gehören. Als Vorsorgeprodukte profitieren sie angesichts der Finanzkrise vom Wunsch der Versicherten nach Sicherheit. 78,3 Prozent wollen kein Verlustrisiko eingehen, wenn sie heute eine Police unterschreiben würden.
Kunden, die bereits für das Alter vorsorgen, haben sich ebenfalls zu 70,1 Prozent an der Sicherheit des Produktes orientiert. Weniger wichtig ist ihnen eine garantierte Verzinsung oder eine hohe Rendite, die nur für 16,5 bzw. 13,4 Prozent ausschlaggebend sind. Dementsprechend setzten 54,4 Prozent auf die klassischen Renten- oder Lebensversicherung. Eine Entscheidung, die 50,2 Prozent in der momentanen Lage genau so wieder treffen würden. Das Bedürfnis nach Sicherheit gibt auch der Riester-Rente einen kleinen Schub. Von den Befragten riestern bereits 32,6 Prozent. Eine Riester-Police unterschreiben würden 37,7 Prozent.
Diese Kundenwünsche müssen die Unternehmen jetzt umsetzen. Galt die klassische Lebensversicherung bislang als „unsexy“, so der Vorstandsvorsitzende der Gothaer Lebensversicherung, Dr. Helmut Hofmeier, hat sie jetzt durchaus ihre Reize. Die Marschrichtung für die Versicherungsbranche ist damit klar abgesteckt: Die Assekuranzen müssen wieder ein ausgewogeneres Produktportfolio anbieten.