Baufinanzierungen in Verbindung mit Lebensversicherungen rechnen sich nicht
Eigentlich würde es völlig ausreichen, im Rahmen einer Baufinanzierung einfach nur ein klassisches Annuitätendarlehen abzuschließen. Allerdings sind viele Geldinstitute darum bemüht, ihre Kunden zum Abschluss weiterer Finanzprodukte zu bringen, beispielsweise indem diese in die Finanzierung eingebunden und somit zum festen Bestandteil machen. Besonders häufig wird dies mit Bausparverträgen und Lebensversicherungen getan.
Bereits zu Beginn der Woche habe ich mehrere Beiträge veröffentlicht die aufzeigen, wie unnütz die Einbindung von Bausparverträgen ist. Um die Lebensversicherung ist es im Endeffekt nicht viel anders bestellt. Doch zunächst eine kurze Erläuterung der Funktionsweise entsprechender Finanzierungen.
Anstatt das Darlehen unmittelbar zu tilgen, wird die Tilgung ausgesetzt: Der Darlehensnehmer leistet nur Zinszahlungen. Der Tilgungsanteil fließt nicht in das Darlehen, sondern in eine Lebensversicherung. Dort soll es einen Guthabenzins erzielen und auf einen Wert angespart werden, der letzten Endes so groß ist, dass das ursprüngliche Darlehen abgelöst werden kann. Die Einbindung von Lebensversicherungen empfehlen Bankberater aus zwei Gründen: Zum einen sollen die Angehörigen des Darlehensnehmers abgesichert werden, zum anderen soll die Guthabenverzinsung einen finanziellen Vorteil verschaffen.
Die Praxis zeigt jedoch sehr schön auf, dass dieses Konzept nicht funktioniert: Würde die Tilgungsleistung direkt in das Darlehen fließen, wären die Darlehensnehmer schneller schuldenfrei. Grund ist die schwankende und oft sehr niedrige Verzinsung der Versicherungseinlagen. Daher lohnt es sich nur in den seltensten Fällen auf ein solches Finanzierungskonstrukt zu setzen.
Einzig der Hinterbliebenenschutz kann wirklich überzeugen: Es gilt als äußerst empfehlenswert, diesen zu schaffen. Allerdings muss dafür keine klassische Lebensversicherung abgeschlossen werden: Eine Risikolebensversicherung ist günstiger und bietet denselben Nutzen.
Posted by
Jochen on 05/29 at 07:55 AM
Immobilien •
Kommentar(e): (0) •
Trackbacks (0) •
Permalink
Lebensversicherer bauen auf fondsgebundene Policen
Zur privaten Altersvorsorge gibt es inzwischen viele Umfragen und Studien, die mehr oder weniger regelmäßig durchgeführt werden. Das Schöne daran: Sie haben alle vollkommen unterschiedliche Zielsetzungen und Ansprechpartner. Bei der jetzt von der BBG Betriebsberatungs GmbH und der Smartcompagnie GmbH veröffentlichten „Studie private Vorsorge 2009“ standen unabhängige Vermittler und die Versicherungen selbst Rede und Antwort. Das Ergebnis weicht deutlich von dem ab, was kürzlich die Gothaer präsentiert hat. Sie hatte sich mit ihrer Umfrage an die Verbraucher gewandt. Während die Kunden durchaus auf die klassische Lebensversicherung bauen, gilt sie in der Branche als immer noch schwer verkäuflich.
653 Vermittler und 30 Versicherungskonzerne haben sich an der Umfrage zur privaten Altersvorsorge beteiligt. Für die meisten Lebensversicherer zählt dieser Bereich zum Kerngeschäft und macht im Schnitt 75,5 Prozent des Umsatzes aus. Durch die unterschiedliche Ausrichtung der Gesellschaften schwankt dieser Wert von 57 bis hin zu 100 Prozent. Den größten Batzen spülen dabei die fondsgebundenen Renten- und Lebensversicherungen in die Kassen. Die klassischen Varianten folgen auf dem zweiten Rang, inklusive der Rürup- und der Riester-Rente. Eher unbedeutend sind aktuell noch die Umsätze, die mit Variablen Annuitäten (Variable Annuities) und dem Hybridgeschäft erzielt werden.
Für die Zukunft sehen die Versicherer zu 75 Prozent und die Makler mit knapp 66 Prozent beste Chancen für Fondsprodukte, ob nun als Lebensversicherung oder Rentenpolice. Das gilt insbesondere, wenn die Verträge mit Garantien versehen sind. Gutes Entwicklungspotenzial erkennen die Unternehmen zudem bei der Fonds-Basisrente (70 Prozent) und der klassischen Rürup-Rente (60 Prozent). Weit abgeschlagen, auf Seiten der Vermittler und Konzerne, steht die klassische Lebensversicherung. Doch auch die Fondsvariante scheint nicht ganz unumstritten. Denn bei der Frage, wo der Absatz nachlassen werde, liegt sie mit 57,9 Prozent (Anbieter) bzw. 49,6 Prozent (Makler) ganz weit vorne.
Posted by
Andre on 05/29 at 04:57 AM
Versicherungen •
Altersvorsorge •
Kommentar(e): (0) •
Trackbacks (0) •
Permalink
Jeder achte Deutsche online versichert
Rein Statistisch betrachtet haben sich rund eine Million Bundesbürger bereits in irgendeiner Weise schon online im Internet versichert. Eine rechnerische Tatsache, die jüngst der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) nach einer repräsentativen Umfrage (*) publik machte.
Gilt beim Abschluss von Geschäften im Netz, dem E-Commerce, nach wie vor eine ungleiche Verteilung von Jung und Alt, sind es bei den Versicherungen übers Netz die Generationen, die vor 1960 geboren und damit älter als 50 Jahre sind. Nach Ansicht der Experten sind für den Online-Vertrieb besonderes gut jene Policen geeignet, die mit standardisierten Leistungen wie bei Autoversicherungen oder Rechtsschutzversicherungen “ge-händelt” werden, so die der BITKOM. Versicherungen online zu verkaufen nutzten in den vergangenen Monaten und Jahren insbesondere reine Direktversicherer.
Aber auch viele der nach Namen bekannten Versicherungskonzerne haben sich beim Online-Abschluss mit günstigen Konditionen angeboten.
Als Informations-Medium nutzen die Verbraucher das Internet am stärksten, was nach einer Forsa-Umfrage für 40 Prozent aller Deutschen gilt, die sich Klarheit zu Finanzprodukte und Versicherungen beschaffen wollen. Dabei stoßen sie nicht nur auf viele einzelne Anbietern; geboten werden auch Vergleichsrechner, die den Überblick zu Tarifen und Konditionen ermöglichen.
(*) Die Angaben stammen aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts ARIS im Auftrag des BITKOM, bei der 1.002 deutschsprachige Personen in Privathaushalten ab 14 Jahren befragt wurden.