Ausblick: Fallende Hypothekenzinsen eher unwahrscheinlich
Die Vorhersagen der meisten Zinsexperten haben sich bewahrheitet: Die Entwicklung der Hypothekenzinsen hat sich von der allgemeinen Zinsentwicklung abgekoppelt. Denn obwohl die Marktzinsen weiterhin am Fallen sind, halten sich die Hypothekenzinsen auf einem relativ konstanten Niveau bzw. sind sie teilweise sogar leicht gestiegen. Aufgrund dieser Entwicklung ist mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass das Baugeld nicht noch günstiger wird.
Wie die Finanzierungsexperten des Baugeldvermittlers „Hypothekendiscount“ mitteilen, können Bauherren und Immobilienkäufer beim der Aufnahme eines Darlehens mit 10-jähriger Zinsbindung im besten Fall einen Zinssatz von 4,12 Prozent erzielen. Hierbei handelt es sich um einen Zinssatz, der im Hinblick auf die historische Zinsentwicklung äußerst günstig abschneidet. Der Zinssatz liegt ganze 2,5 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.
Zudem gehen die Zinsexperten davon aus, dass die Hypothekenzinsen in den kommenden Wochen sichtbaren Schwankungen unterliegen werden – erst mittelfristig soll sich ein klarer Trend abzeichnen. Mit steigenden Zinsen kann man jedoch erst auf lange Sicht rechnen.
Potentielle Darlehensnehmer haben deshalb keinen Grund zur Sorge bzw. stehen sie nicht unter Druck, unmittelbar eine Baufinanzierung abschließen zu müssen. Insbesondere im Hinblick auf die Tatsache, dass die Hypothekenzinsen im historischen Vergleich äußerst günstig sind und die Zinssätze der Immobiliendarlehen mit einer 4 vor dem Komma aufwarten, kann die Suche nach dem passenden Darlehen vergleichsweise entspannt angegangen werden. Interessenten brauchen nichts überstürzen, da es eher unwahrscheinlich ist, dass ihnen die Zinsen davonlaufen – stattdessen bleibt ihnen ausreichend Zeit, um den Markt zielgerichtet zu durchleuchten und nach dem Immobiliendarlehen zu suchen, das am besten zu ihnen passt.
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Jochen on 06/04 at 07:29 AM
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BdV: Basistarif schadet dem System
Der Basistarif in der privaten Krankenversicherung (PKV) wurde seit seiner Ankündigung durch die Bundesregierung von vielen Seiten kritisiert. Vor allem der PKV-Verband hat sich recht deutlich gegen die Einführung ausgesprochen. Doch alles Zetern hat nichts gebracht: Seit Januar gibt es ihn nun, als Auffangbecken für bislang Nicht-Versicherte und Wartezone für Wechselwillige. Mit zunehmender Nachfrage zeigen sich jetzt die ersten Planungsfehler. Der Bund der Versicherten (BdV), der ebenfalls gegen den Basistarif in der aktuellen Form ist, befürchtet einen „teuren Flop“, weil viele Kunden ihre Beiträge nicht zahlen können.
Selbst mit staatlichen Zuschüssen seien viele nicht in der Lage, ihren Anteil an der Prämie aufzubringen, so die Vorstandsvorsitzende des BdV, Lilo Blunck. Daraus ergebe sich für die Unternehmen und übrigen PKV-Kunden ein Problem: Kann sich der Basistarif unter dem Strich und mit spitzer Feder gerechnet nicht selbst tragen, weil die Beitragszahlungen ausbleiben, müsse diese Lücke über die Vollversicherten geschlossen werden. Jeder Cent, der im neuen Tarif fehle, müsse dann subventioniert werden. Das gehe auf Dauer an die Substanz der Versichertengemeinschaft und schade dem System der privaten Krankenversicherung.
Diese Befürchtung hatte der Bund der Versicherten schon früh geäußert. Während die Versicherungsbranche die Nachfrage beim Basistarif, einem Spross der Gesundheitsreform, immer als eher gering einstufte, belegte eine Umfrage unter den BdV-Mitgliedern ein weitaus größeres Interesse. „Dieser Systemfehler wird zwangsläufig zu Verwerfungen führen. Leider haben die Politiker viel zu lange in Zweckoptimismus gemacht – und den Ernst der Lage offenbar bis heute nicht erkannt“, sagt Lilo Blunck. Sie hofft nun auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das am 10. Juni gesprochen wird und den Basistarif zumindest ins Wanken bringen soll.