Was ist ein Forwarddarlehen?
In den letzten Beiträgen, die hier im Blog zum Thema Baufinanzierung veröffentlicht wurden, ist häufiger die Begriff Forwarddarlehen gefallen. Obwohl diese Art von Immobiliendarlehen bereits seit einigen Jahren existiert, ist sie immer noch vielen Leuten unbekannt. Deshalb soll an dieser Stelle kurz erläutert werden, um welche Art von Darlehen es sich hierbei handelt.
Zunächst einmal ist anzumerken, dass es sich hierbei um eine Darlehensart handelt, die sich ausschließlich an Personen richtet, die bereits eine Baufinanzierung abgeschlossen haben und sich in Zukunft dazu gezwungen sehen, eine Anschlussfinanzierung vorzunehmen. Die Anschlussfinanzierung ist in Deutschland sehr verbreitet, da es nur den wenigsten Darlehensnehmern gelingt, ihr Immobiliendarlehen innerhalb der vereinbarten Zinsbindung vollständig zu tilgen. Nach Ablauf der Zinsbindung wird eine neue Finanzierung (zumeist über den Restschuldbetrag) abgeschlossen.
Das Forwarddarlehen wurde genau für diesen Zweck konzipiert, wobei es sich vom klassischen Anschlussfinanzierungsdarlehen in einem Punkt deutlich unterscheidet: Forwarddarlehen können bereits mehrere Jahre vor dem Zeitpunkt der eigentlichen Anschlussfinanzierung abgeschlossen werden. Dies bedeutet auch, dass der Darlehensnehmer über die Möglichkeit verfügt, sich auf diese Weise einen niedrigen Zinssatz zu sichern.
Derzeit bietet es sich besonders an, Forwarddarlehen abzuschließen. Somit können die aktuell sehr niedrigen Hypothekenzinsen gesichert werden, selbst wenn das Darlehen erst in zwei oder drei Jahren benötigt wird – je nach Bank können Forwarddarlehen bis zu vier Jahre vor dem Umschuldungstermin abgeschlossen werden. Zinsen fallen in der Zwischenzeit selbstverständlich keine an. Dieser Umstand macht das Forwarddarlehen umso reizvoller, schließlich wäre es sehr ärgerlich, wenn Hypothekenzinsen steigen und man seine spätere Finanzierung zu einem höheren Zinssatz abschließen müsste.
