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Donnerstag, Juli 09, 2009

Neues Konzept für das Gesundheitssystem

Ideen, wie das Gesundheitssystem sozial verträglicher, gerechter und besser finanziert werden kann, gibt es viele. Durchgesetzt hat sich bislang keine davon. Eckart Fiedler, seines Zeichens Gesundheitsökonom und ehemaliger Chef der Barmer Ersatzkasse, hat jetzt zusammen mit anderen Experten für die Friedrich-Ebert-Stiftung ein neues Modell gezeichnet. Es greift alte Vorschläge auf und modifiziert sie vor allem mit Blick auf die finanzielle Lage der Versicherten. Der Grundgedanke: ein solidarisch finanziertes Gesamtsystem.

Damit würde die bisherige Zweiteilung in gesetzliche Krankenkassen und private Krankenversicherung (PKV) aufgebrochen. Das erinnert ein wenig an das Prinzip Bürgerversicherung, das jüngst immer mal wieder diskutiert wurde. Allerdings ist das Fiedler-Modell einkommensabhängig. Das Experten-Team rechnet angesichts der besser Verdienenden, die bislang zumeist in der PKV versichert sind, mit Mehreinnahmen von zehn Milliarden Euro. Berücksichtigt wurden bei dieser Rechnung bereits die Leistungen, die von den 8,6 Millionen Privatpatienten in Anspruch genommen werden.

Weitere 2,2 Milliarden Euro erhofft sich die Gruppe um Eckart Fiedler aus Einnahmen, die über die Kapitaleinkünfte der Versicherten generiert werden sollen. Der Gerechtigkeit halber müsse auch diese Einnahmequelle in die Beitragsberechnung einfließen. Um den Aufwand in Grenzen zu halten, soll das Geld in Form eines fünfprozentigen Aufschlags auf die Abgeltungssteuer kassiert und in den Gesundheitsfonds gezahlt werden. Fünf Milliarden Euro erhofft man sich zudem von einer Neuregelung der kostenfreien Mitversicherung von Ehepartnern, die nicht erwerbstätig sind.

Der dickste Batzen, mit stolzen 15 Milliarden Euro, soll über die Kindermitversicherung in die Kassen gespült werden. Die Beitragsbefreiung bliebe bestehen, werde aber nicht länger von den Versicherungen, sondern von den Steuerzahlern getragen. Unter dem Strich stehen damit 32,2 Milliarden Euro mehr für das Gesundheitssystem zur Verfügung, um auch für schlechte Zeiten gewappnet zu sein. Aus Expertensicht wird sich die demographische Entwicklung ab 2030 besonders deutlich bemerkbar machen. Bis dahin werden vermutlich noch viele Ideen präsentiert.

Posted by Andre on 07/09 at 09:40 AM
GesundheitKrankenversicherungGesundheitsreform • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink

Eingefrorene Immobilienfonds tauen wieder auf

Bis Herbst vergangenen Jahres genossen offene Immobilienfonds einen ausgezeichneten Ruf: Sie galten als besonders sicher und bescherten den Anteilseignern stets sehr konstante Renditen. Doch dann kam die globale Finanzkrise: Etliche Investoren sahen sich dazu gezwungen, ihre Liquidität aufzubessern und haben somit ihre Mittel auch aus den Immobilienfonds abgezogen. Die Mittelabflüsse waren so groß, dass einige Fondsgesellschaften den Notstand ausrufen und ihre Fonds erst einmal einfrieren mussten: Die Anleger konnten ihre Fondsanteile nicht mehr verkaufen und kamen somit nicht mehr an ihr Geld heran. Die Investmentgesellschaften hatten letztendlich gar keine andere Wahl als auf diese Weise zu verfahren. Anders als beispielsweise Aktienfonds können sie ihre Vermögenswerte nicht so schnell veräußern – es dauert eben seine Zeit, bis Käufer für Immobilien gefunden sind und außerdem lassen sich an den Immobilienmärkten derzeit ohnehin keine guten Preise erzielen.

Doch nun scheint sich die Lage wieder deutlich zu bessern. Seit ein paar Wochen gehen zunehmend mehr Gesellschaften dazu über, ihre eingefrorenen Fonds wieder zu öffnen und nehmen somit auch Anteile zurück. Grund ist eine Veränderung des Marktes: Viele Anleger haben mittlerweile verstanden, dass die Fondsgesellschaften keine Möglichkeit haben, das Fondsvermögen so schnell zu reduzieren – dementsprechend sind nun wesentlich mehr Anleger dazu bereit, ihre Anteile doch nicht zu verkaufen. Des Weiteren ist es den Fondsgesellschaften gelungen, neue Kredite aufzunehmen und somit ihre Liquidität zu verbessern.

Wie die „Financial Times Deutschland“ schreibt, wurden in den vergangenen Wochen rund ein Drittel der eingefrorenen Immobilienfonds von den Fondsgesellschaften wieder freigegeben. Derzeit sollen nur noch acht Fonds eingefroren sein.

Posted by Jochen on 07/09 at 09:37 AM
Geldanlage • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
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