Wie Sie aus Immobiliendarlehen vorzeitig aussteigen
Historisch gesehen sind die Hypothekenzinsen derzeit äußerst günstig. Wer in diesen Tagen Angebote für Immobiliendarlehen einholt, wird nicht selten eine 4 vor dem Komma des Zinssatzes sehen. In Zeiten solch niedriger Hypothekenzinsen raten die Finanzierungsexperten zur Wahl einer langen Zinsbindung. Dies bedeutet, dass der Darlehenszins für eine möglichst lange Zeit vertraglich vereinbart wird, um noch lange von ihm profitieren zu können.
Üblicherweise werden Zinsbindungen von 10 Jahren vereinbart – nach Ablauf der Zinsbindung werden die Konditionen neu verhandelt und es kommt zum Abschluss eines neuen Darlehensvertrags. Wegen der aktuell so günstigen Zinsen wird zur Wahl längerer Zinsbindungen geraten, die beispielsweise für 15 oder 20 Jahre gelten.
Im Grunde genommen stellt die Vereinbarung einer solch langen Zinsbindung eine gute Wahl dar, weil sie einem ein hohes Maß an Sicherheit garantiert. Auf der anderen Seite kann Sie aber auch zu lang bemessen sein – schließlich weiß man ja nie, was im Leben so alles auf einen zukommt. Sollte man beispielsweise unerwartet in den Genuss einer Erbschaft kommen, bietet es sich an, das Darlehen vorzeitig zurückzuzahlen und somit die Zinskosten zu senken.
Allerdings gestaltet sich eine vorzeitige Rückzahlung von Immobiliendarlehen gar nicht so einfach, schließlich wurde mit der Bank ein Vertrag geschlossen. Etliche Interessenten bzw. potentielle Darlehensnehmer stellen sich deshalb die Frage, ob Zinsbindungen von 15 oder 20 Jahren womöglich zu lang gewählt sind und ihnen die Möglichkeit nehmen, flexibel zu reagieren. Doch zum Glück kann diese Frage verneint werden: Im Kreditbereich gilt ein Sonderkündigungsrecht, welches dem Verbraucher über das Bürgerliche Gesetzbuch garantiert ist: Nach 10 Jahren kann aus jedem Immobiliendarlehen ausgestiegen werden – und zwar unabhängig davon, wie es um die restliche Laufzeit bestellt ist. Es ist lediglich zu beachten, die Kündigungsfrist von einem halben Jahr einzuhalten. Daher stellt die Wahl von Zinsbindungen, die über die 10 Jahre hinausreichen, überhaupt kein Problem dar.
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Jochen on 08/10 at 09:00 AM
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Höhere Renten für Raucher
Ein tiefer Zug an der Zigarette, fettiges Essen – Ärzte schütteln angesichts einer solchen Lebensweise den Kopf und heben mahnend den Zeigefinger. Versicherungen reiben sich hingegen die Hände. Kunden, deren Lebenserwartung aufgrund von zu viel Tabak und Bluthochdruck als eher gering eingestuft wird, sind zumindest bei der privaten Rentenversicherung gerne gesehen und werden jetzt sogar extra umworben. Ihnen machen die Assekuranzen seit einiger Zeit mit Versprechungen über eine höhere Rentenzahlung den Hof.
Die Rechnung der Versicherer ist ganz einfach: Kunden, die lange leben – die durchschnittliche Lebenserwartung steigt stetig – halten auch länger die Hand auf und stellen damit eine enorme finanzielle Belastung dar. Wer aber in Kauf nimmt, aufgrund seiner Nikotinsucht eher zu sterben, kommt in der Regel nur für ein paar Jahre in den Genuss seiner Rente. Ob nun Herzkranke, Diabetiker, Raucher oder Übergewichtige: Sie alle sind plötzlich wesentlich beliebter, geht es rein um die private Altersvorsorge. Damit nicht geschummelt wird, muss der Hausarzt ran. Mit einem Nikotintest kontrolliert er, ob auch ausreichend viel Rauch inhaliert wird.
In Großbritannien sind solche Policen schon seit Jahren erhältlich. Sie richten sich an Nicht-Standardversicherte und nennen sich dort „Non-Standard-Annuities“. Der deutsche Markt ist gerade erst dabei, sich langsam zu entwickeln. Die Anbieter orientieren sich bei ihrer Kalkulation teilweise auch nur an bestimmten Krankheiten. Die LV 1871 bietet zum Beispiel an, den Vertrag so zu gestalten, dass erst mit Eintritt des Krankheitsfalls eine höhere Rente garantiert wird. Höher heißt dann bei einigen Versicherungen sogar doppelt so hoch. Ob es sich dafür lohnt, ungesund zu leben, ist wohl eher fraglich.
Denn spätestens, wenn andere Lebensbereiche abgesichert werden sollen, gibt es echte Probleme. Raucher, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung wünschen, und darüber hinaus noch ein paar Pfund zu viel auf den Rippen haben, werden meistens direkt abgelehnt, müssen mehr zahlen oder Leistungsausschlüsse hinnehmen. Ähnlich sieht es bei der privaten Krankenversicherung und Krankenzusatzversicherungen aus. Da heißt es dann abwägen: Mehr Rente oder doch lieber rundum bestens geschützt.