Vielen Deutschen sind die Alterseinkünfte aus der privaten Vorsorge unbekannt
Private Altersvorsorge ist wichtig – daran sollte es mittlerweile eigentlich keine Zweifel mehr geben. 75 Prozent der Bundesbürger sind in dieser Hinsicht bereits aktiv. Das Fatale daran: 54 Prozent wissen nicht, wie sich ihre Bemühungen später in Euro und Cent bezahlt machen. Sie können nicht einschätzen, wie hoch ihre Alterseinkünfte sind und ob sie tatsächlich reichen, um den Lebensstandard halten zu können. Mit diesen Zahlen wartete jetzt der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) auf.
BVR-Präsident Uwe Fröhlich ist zwar durchaus zufrieden mit dem hohen Anteil derer, die vorsorgen. Völlig unverständlich ist ihm allerdings, dass viele sparen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was später unter dem Strich steht. „Es ist schon erstaunlich, dass so viele Menschen offensichtlich nicht wissen, ob ihre privaten Vorsorgemaßnahmen im Alter ausreichen werden“, wundert er sich. Schließlich könne nur derjenige Vorsorgelücken schließen, der die volle Transparenz über seine zu erwartenden Einkünfte im Alter habe.
Das Thema Altersvorsorge scheint momentan ohnehin eher aufs Abstellgleis geschoben zu werden. Einer Studie der Postbank zufolge haben bereits 17 Prozent der Berufstätigen wegen Einbußen beim Einkommen ihre Policen gekündigt oder die Beiträge reduziert. 53 Prozent wollen die vorhandenen Verträge so belassen und nichts weiter unternehmen. Immerhin jeder Dritte hat nach eigener Aussage später keine Einnahmen aus einem privaten Vorsorgemodell. Laut Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, drohe die Gefahr, dass „aus der Finanz- und Wirtschaftskrise eine langfristige Krise der Altersvorsorge in Deutschland resultieren kann“. Inzwischen fragen sich 32 Prozent, ob Riester-Rente und Co. überhaupt noch Sinn machen.
Als geeignetste Form der Vorsorge wird nach wie vor die eigene Immobilie genannt (49 Prozent), wobei der Wunsch nach einem Eigenheim bei 37 Prozent vorhanden ist. Deutlich schlechter schneiden private Renten- und die Kapitallebensversicherungen ab. Sie kommen nur auf 26 Prozent, gefolgt von Gold und Edelmetall (acht Prozent), festverzinslichen Anlagen (sieben Prozent) und Aktien sowie Fonds (sechs Prozent).
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