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Donnerstag, November 12, 2009

Die Versicherungsbranche erholt sich langsam

Die tiefen Sorgenfalten weichen inzwischen einem leichten Lächeln: Die meisten Versicherungsunternehmen blicken deutlich zuversichtlicher nach vorne als es noch vor einem Jahr der Fall war. Dafür sorgen die Bilanzen. Sie weisen Zahlen auf, von denen man sich 2008 innerlich eigentlich schon verabschiedet hatte. Aufgefasst wird die positive Entwicklung ganz unterschiedlich. Einige Konzerne schmieden große Pläne, andere backen vorerst noch kleine Brötchen.

Zu den Versicherungen, die noch zurückhaltend reagieren, gehört die Allianz. Sie hat im dritten Quartal 2009 1,32 Milliarden Euro verdient und wirkt nach dem Verkauf der Dresdner Bank wie frisch erholt. Ein wenig Politur hier und da ist allerdings noch nötig. Die Kernsparte des Unternehmens, der Bereich Schaden-Unfall, lieferte zwar ein perfektes Quartalsergebnis. Hohe Schäden durch Feuer und Hagel sowie die Rezession machten es der Allianz jedoch nicht gerade leicht. Wesentlich besser präsentiert sich das Segment Lebens- und Krankenversicherung mit einer Vervierfachung des operativen Ergebnisses. Unter dem Strich stehen im Konzern lediglich Wertberichtigungen von 46 Millionen Euro – vor einem Jahr waren es 920 Millionen.

Von Übernahmen oder weiteren Prognosen möchte man bei der Allianz jedoch nichts hören. Finanzvorstand Oliver Bäte ist in dieser Hinsicht etwas vorsichtiger als mancher Kollege: „Es ist nicht seriös, in diesem wirtschaftlichen Umfeld Details bekannt zu geben“. Das sieht man bei der AXA ganz anders. Der zweitgrößte Versicherer Europas hat viele Pläne: Angefangen bei einer Kapitalerhöhung um zwei Milliarden Euro bis hin zur Expansion mit Schwerpunkt Asien. Eher bilanzorientiert wird bei der Munich Re (vormals Münchener Rück) gedacht. Nach einem dicken Minus im dritten Quartal 2008 stehen jetzt 159 Millionen Euro Plus in den Büchern. Ziel ist ein Gewinn von 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro in 2009.

Auch bei der Generali Deutschland geht es aufwärts. 262 Millionen Euro Nettogewinn wurden innerhalb der ersten neun Monate verbucht. Im gesamten vergangenen Jahr kam die Generali lediglich auf vier Millionen Euro. Bis man wieder ein Ergebnis wie vor der Krise erziele, werde es allerdings noch ein wenig dauern, teilte der Konzern mit, zu dem die Marken AachenMünchener, Central Kranken, Cosmos, Generali Versicherungen, Advocard und Badenia gehören. Bezogen auf einzelne Sparten ergeht es der Generali nicht viel besser als der Konkurrenz. Die Bereiche Lebens- und Krankenversicherung mausern sich wieder. Auto- und Gebäudeversicherung hingegen stagnieren.

Posted by Andre on 11/12 at 08:53 AM
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Quelle Bausparkasse: Bestehende Verträge sind nicht in Gefahr

Die Insolvenz von Arcandor war in den vergangenen Wochen ein großes Thema in der Wirtschaftspresse. Millionen von Kunden werden künftig nicht mehr in den Warenhäusern des Konzerns oder beim großen Versandhaus Quelle einkaufen können – die einzelnen Unternehmen werden abgewickelt. Doch von der Quelle Bausparkasse hat hingegen längst nicht jeder gehört: Es handelt sich um eine die kleinste Bausparkasse Deutschlands, die aufgrund der Arcandor Insolvenz ebenfalls in Schwierigkeiten geraten ist.

Wie das „Handelsblatt“ berichtet, betreut die Quelle Bausparkasse immerhin 93.000 Kunden. Ein großer Teil dieser Kunden wird sicherlich verunsichert sein und wissen wollen, wie es mit den Finanzprodukten bzw. mit den bisher abgeschlossenen Bausparverträgen und Darlehensverträgen weitergeht. Glücklicherweise kann eine Entwarnung ausgesprochen werden: Die Quelle Bausparkasse wurde vom Branchenverband der Bausparkassen übernommen. Dieser hat sich bereits zu Wort gemeldet und garantiert den Bestandskunden eine professionelle Betreuung: Die geschlossenen Verträge seien nicht in Gefahr, so der neue Vorstandschef.

Dennoch wird die Quelle Bausparkasse vom Markt verschwinden: Das Neukundengeschäft wird vollständig eingestellt. Lediglich die bestehenden Finanzprodukte werden weiterhin betreut. Wer einst einen Bausparvertrag bei der Quelle Bausparkasse abgeschlossen hat, ist demnach dazu berechtigt, diesen auch abzurufen bzw. das Darlehen im Bedarfsfall in Anspruch zu nehmen.

Dass das Neugeschäft eingestellt wird, ist im Grunde genommen sehr schade: Die Quelle Bausparkasse zählte im Hinblick auf die Konditionen zu den stärksten Bausparkassen am Markt. Dementsprechend gibt es fortan im Bauspargeschäft einen Anbieter weniger – ein Umstand, über den sich die anderen Bausparkassen freuen dürften.

Posted by Jochen on 11/12 at 08:51 AM
Immobilien • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
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