2010 drohen Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung
Für gesetzlich Krankenversicherte könnte das kommende Jahr eine unangenehme Überraschung bereithalten – in Form von Zusatzbeiträgen. Viele Krankenkassen haben bereits angekündigt, 2010 einen höheren Beitrag von ihren Versicherten verlangen zu wollen. Grund ist ein milliardenschweres Minus, das der gesetzlichen Krankenversicherung droht. Laut Schätzerkreis fehlen in diesem Jahr 2,1 Milliarden und im kommenden Jahr rund vier Milliarden Euro. Viel Holz.
Der Schätzerkreis geht für 2010 von Einnahmen in Höhe von 171,1 Milliarden Euro aus, inklusive des Bundeszuschusses. Demgegenüber stehen Ausgaben in Höhe von 174,3 Milliarden Euro. Berücksichtigt man noch die Liquiditätsreserve über 0,8 Milliarden Euro, öffnet sich für die gesetzlichen Krankenkassen ein Vier-Milliarden-Loch. Gestopft werden soll es mit Zusatzbeiträgen und damit auf Kosten der Versicherten. Berechnet werden dürfen ein Prozent des Einkommens oder aber pauschal acht Euro, wobei in dem Fall keine Einkommensprüfung erfolgt.
Für den neuen Gesundheitsminister, Philipp Rösler (FPD), beginnt jetzt ein Tanz auf dem Drahtseil. Er muss sehen, wo Ausgaben gekürzt werden können oder aber das System grundlegend erneuern. Überlegungen hierzu wurden schon während des Wahlkampfes angestellt. Aktuell äußert sich Rösler noch nicht dazu, an welcher Stelle er den Rotstift ansetzen will. Sicher sei nur: „Niemand im System, ob Ärzte, Apotheker, Pharmahersteller, Krankenhäuser oder Krankenkassen, bekommt einen Freibrief“.
Damit schlägt er in die gleiche Kerbe wie kürzlich der Chef der DKV – einer der größten privaten Krankenversicherungen (PKV) Europas – Günter Dibbern. Die PKV wollen mehr Mitspracherecht bei den Honoraren, um so die Kostenexplosion ein wenig zu mindern. Denn nicht nur den gesetzlich, sondern auch den privat Versicherten stehen 2010 deutlich höhere Ausgaben für die Gesundheit ins Haus. Bei einigen PKV bewegt sich die Beitragserhöhung mit zehn Prozent auf einem sehr hohen Level. Im Schnitt wird mit einer Anpassung um drei bis sechs Prozent gerechnet.
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