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Donnerstag, Januar 14, 2010

Lebensversicherung kündigen ist teuer

Die Zahl der Lebensversicherungen, die von der Unterschrift bis zur Auszahlung gehalten werden, sinkt von Jahr zu Jahr. Immer mehr Policen werden voreilig gekündigt, weil die Beiträge nicht mehr gezahlt werden können. Auch Scheidung oder Ungeduld sind häufige Kündigungsgründe. Aktuell wird rund jeder zweite Vertrag vor Ablauf beendet. Bei Verträgen über 30 Jahre sind es fast 75 Prozent. Dabei gibt es deutlich bessere Wege, einen Engpass zu überbrücken.

Denn über eines sollten sich Kunden im Klaren sein: Bei einer Vertragsauflösung wird sehr viel Geld „verbrannt“. Zum einen gehen die Schlussgewinnanteile, die sich erheblich auf die Rendite auswirken, flöten. Zum anderen gilt, und auch das geht ins Geld: Wer eine Police kündigt, die vor dem 01. Januar 2005 abgeschlossen wurde, verzichtet damit auf den steuerfreien Ertrag. Neue Versicherungen genießen diese Steuerfreiheit nicht mehr. Die Rendite wird dann durch Abgaben geschmälert.

Punkt drei ist die Verzinsung der Lebensversicherungen. Heute gilt ein Garantiezins von 2,25 Prozent. Von 1994 bis 2000 lag dieser Wert noch bei 4,00 Prozent. Das ist ein gewaltiger Unterschied, der sich bei der Abrechnung später durchaus bemerkbar macht. Alles in allem ist die Kündigung also nicht gerade lukrativ, insbesondere wenn man sich später erneut absichern möchte. Genau das ist nämlich der Fall, zeigt die Erfahrung vieler Versicherungsmakler und -vertreter: Häufig wird wenig später direkt wieder eine neue Police unterschrieben. Dass die neue Lebensversicherung mit zunehmendem Alter auch teurer wird, berücksichtigten die wenigsten. Und wieder zahlt man drauf.

Als Alternativen bekannt sind vor allem der Verkauf der Versicherung, der meistens etwas mehr Geld einbringt als eine Kündigung, und die Beitragsfreistellung, um den Geldbeutel ein wenig zu entlasten. Eine dritte Möglichkeit ist das Policen-Darlehen. Der Kredit wird von vielen Versicherern in Höhe des vorhandenen Guthabens vergeben. Damit ist man vorerst wieder „flüssig“. Die Rückzahlung ist auf zwei Wegen denkbar: In ganz normalen Raten ab 500 Euro im Monat. Oder es werden nur die Zinsen gezahlt – den effektiven Jahreszins sollte man vorab erfragen – und der Darlehensbetrag später bei Fälligkeit über das Guthaben beglichen.

Posted by Andre on 01/14 at 11:49 AM
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