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Montag, Februar 01, 2010

Berufsunfähigkeit nicht 08/15 absichern

Einen Versicherungsvertrag zu unterschreiben, nur um die entsprechende Police zu haben, macht keinen Sinn. Die versprochene Leistung muss schon zu den Lebensumständen passen. Mit einem 08/15-Schutz, der später vorne und hinten nicht langt, ist niemandem gedient. Ein Paradebeispiel für verfehlte Abschlüsse scheint derzeit die Berufsunfähigkeitsversicherung zu sein. In vielen Verträgen sei, so der map-Report, eine viel zu niedrige Rente vereinbart worden. Der eigentliche Zweck der Absicherung, im Ernstfall den Lebensunterhalt bestreiten zu können, werde damit nicht erfüllt.

Bei den 2008 abgeschlossenen Zusatzversicherungen betrug die monatliche Durchschnittsrente laut Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 718 Euro, bei gesonderten Verträgen immerhin 964 Euro. „Viel zu wenig“, sagt Stephan Gelhausen vom GDV. Orientierungspunkt sollte das Nettoeinkommen bei Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung sein. Das gilt insbesondere für Interessenten ab Jahrgang 1961, die im Fall der Fälle keinen Anspruch auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente haben, sondern lediglich eine Erwerbsminderungsrente erhalten.

Deshalb ist es umso wichtiger, für einen soliden Schutz zu sorgen. Ein „billiger“ Vertrag kommt spätestens dann teuer, wenn man die Versicherung in Anspruch nehmen muss. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn keine Rente vereinbart wurde, sondern das Geld in eine Renten- oder Kapitallebensversicherung fließt. Der Berufsunfähigkeitsschutz dient dann nur dazu, die Prämien für den Hauptvertrag zu decken. Das gilt für gut ein Drittel der 15 Millionen Zusatzpolicen. Hinzu kommen lediglich 2,5 Millionen reine Berufsunfähigkeitsverträge.

Experten sehen zwei Auslöser für die Zurückhaltung: Kein Geld und die Angst, später doch keine Leistung zu erhalten, weil die Versicherung sie mit fadenscheinigen Argumenten ablehnt. In der jungen Generation hat das fatale Auswirkungen. 54 Prozent der 18- bis 29-jährigen wollen keine Police gegen Berufsunfähigkeit abschließen und nur zwölf Prozent denken darüber nach. Wenn man sich dazu entschließt, rät Gabriele Zeugner von der Verbraucherzentrale, Risikoschutz und Sparvorgang zu trennen, also entweder eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen oder als Zusatz zu einer Risikolebensversicherung.

Posted by Andre on 02/01 at 10:50 AM
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