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Sonntag, Februar 07, 2010

Schneelasten auf dem Dach: Das sollten Sie wissen

Die derzeitige Witterung ist für Hausbesitzer keineswegs ungefährlich: Nicht nur dass ständig alle wichtigen Wege geräumt und gestreut werden müssen - Tauwetter in Kombination mit Neuschnee bringen auch für das Dach Gefahren mit sich. Allein schon die Schneelast ist für viele Dächer eine große Belastung: Bis zu 75 Kilogramm Gewicht pro Quadratmeter muss ein durchschnittliches Dach entsprechend der Bauverordnung von 2005 standhalten können. Dieses Gewicht entspricht in etwa 20 Zentimeter Neuschnee. In einigen Teilen Deutschlands ist die Schneedecke jedoch seit mehreren Wochen ununterbrochen deutlich dicker, was für das Dach eine enorm große Belastung darstellt. Eine weitere Gefahr ist Eisbildung: Dank des zumindest tagsüber stellenweise auftretenden Tauwetters in den letzten Tagen und Wochen hat sich auf vielen Dächern eine Eisschicht gebildet - und die stellt eine noch größere Gefahr für Hausbewohner und Passanten dar. Kommt das Eis ins Rutschen, kann es u.U. in großen Stücken herunterfallen und ernsthafte Verletzungen verursachen. Zudem ist Eis deutlich schwerer als Schnee: Ein durchschnittliches Dach ist so konzipiert, dass es eine Eisdecke mit einer Dicke von etwa einem Zentimeter standhalten kann. Sind Geräusche zu hören oder knacken die Balken im Dachgeschoss, sollte das Dach schnellstmöglich geräumt werden.

Eine Dachräumung sollte in jedem Fall immer ein Dachdecker oder die Feuerwehr durchführen. Experten warnen dringend davor, das Dach selbst zu räumen: Die Absturzgefahr ist auch aufgrund von Eis und Schnee derzeit extrem groß. Auch versicherungstechnisch ist eine Selbst-Räum-Aktion eher riskant: Nur eine private Unfallversicherung kann weiterhelfen, wenn dem Räumversuch ein Absturz folgt. Bricht das Dach aufgrund der Schnee- oder Eislast ein sind die Immobilienbesitzer im Vorteil, die über eine Versicherung gegen Schneelast-Schäden verfügen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft weist darauf hin, dass lediglich etwa 20 Prozent aller Gebäude im Bundesgebiet gegen Schneelast versichert seien. Höher lägen die Quoten nur in Baden-Württemberg und in den ostdeutschen Bundesländern, wo früher eine derartige Versicherungspflicht bestand.
Schneelast-Versicherung hin oder her: In den meisten Fällen müssen Hausbesitzer die Kosten für eine Dach-Räumung selbst bezahlen. Eine Ausnahmeregelung kann u.U. aber dann getroffen werden,  wenn bei Planung oder Bau des gebäudes Fehler auftraten - dann liegt die Entscheidung über die Kostenübernahme bei den Gerichten.

Posted by Sven on 02/07 at 04:13 PM
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