Zahnzusatzpolicen für Kinder meist unnötig
Eltern wollen für ihre Kinder immer nur das Beste. Deshalb sollte man sich bei einer Zahnzusatzversicherung für die Kleinen auch nicht mit den günstigsten Tarifen zufriedengeben. Erstens, weil man für zwei Euro im Monat nicht viel erwarten kann. Zweitens, weil man sich irgendwann über den Vertrag ärgern würde. Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten lehnt derlei Zusatzversicherungen für Kinder ab. „Ich würde sie den Eltern ausreden“, sagt er und meint damit vor allem Angebote, die auf den ersten Blick sehr günstig scheinen.
Je preiswerter die Police, desto genauer sollten sich Eltern die Vertragsbedingungen ansehen. Schon bei Zahnzusatzversicherungen für Erwachsene ist es selbst für Experten inzwischen extrem schwer geworden, den Durchblick zu behalten. Es gibt zu viele Varianten mit unterschiedlichsten Prozentwerten zur Übernahme möglicher Kosten und Behandlungen. Wer glaubt, für ein oder zwei Euro monatlich das volle Programm zu erhalten, wird bitter enttäuscht. Meistens decken solche Policen auch bei Kindern nur den Zahnersatz ab. Dass dieser Fall eintritt, ist aus Sicht von Thorsten Rudnik allerdings eher selten, insbesondere weil mehr Wert auf Zahnhygiene gelegt werde. Wenn ein Zahn ersetzt werden müsse, meistens nach einem Unfall oder wenn es andere, zum Beispiel erbliche Vorbelastungen gebe. Ob die Versicherung in diesen Fällen eine Leistung erbringe, sei eher fraglich.
Zurzeit übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen noch einen Großteil der Kosten, wenn Kinder zum Zahnarzt müssen. Das gilt auch für medizinisch notwendige kieferorthopädische Behandlungen. Die Kosten, die zusätzlich entstehen bzw. selbst getragen werden müssen, halten sich laut Bund der Versicherten in Grenzen. Soll die Zahnzusatzversicherung für Kinder auch den nicht von der Kasse gedeckten Teil der Rechnung oder eine kosmetisch bedingte Korrektur der Zähne bezahlen, muss man wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Allerdings warnt Rudnik: „Einen Tarif, der alle Differenzkosten übernimmt, gibt es nicht“. Er rät den Eltern, monatlich Geld für die Gesundheit der Kinder auf die Seite zu legen und sich darum zu bemühen, erst einmal die existenziellen Risiken abzusichern, etwa mit einer Kinderunfall- oder -Invaliditätsversicherung.
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