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Montag, März 08, 2010

Offene Immobilienfonds könnten stark an Attraktivität einbüßen

Bei privaten Anlegern galten offene Immobilienfonds bis zu Beginn der globalen Finanzkrise als äußerst gefragt. Immerhin war es mit diesen Fonds möglich, sehr konstante und vergleichsweise attraktive Renditen zu erzielen. Gleichzeitig war man als Anleger sehr flexibel: Innerhalb kürzester Zeit konnten Fondsanteile gekauft sowie auch wieder verkauft werden.

Doch mit dieser Flexibilität könnte schon bald Schluss sein. Im Verlauf der Finanzkrise sahen sich etliche Investmentgesellschaften dazu gezwungen, ihre Fonds zu schließen bzw. die Rücknahme von Fondsanteilen einzustellen. Grund war der immens hohe Mittelabzug: Die Investmentgesellschaften konnten die nachgefragten Mittel nicht schnell genug bereitstellen, weil der Großteil des Kapitals in Immobilien steckt.

Um den Investmentgesellschaften mehr Planungssicherheit zu verschaffen, hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vorgeschlagen, entsprechende Fonds mit einer Haltedauer zu belegen. Angedacht ist eine Mindesthaltedauer von zwei Jahren. Des Weiteren soll eine Kündigungsfrist von einem halben Jahr vorgesehen sein. Konkret bedeutet dies, dass Anleger ihre Fondsanteile frühestens zwei Jahre nach dem Erwerb wieder verkaufen können und sie außerdem stets ein halbes Jahr zuvor eine Kündigung aussprechen müssen.

Sollte ein entsprechendes Gesetz erlassen werden, hätte dies große Auswirkungen: Offene Immobilienfonds könnten stark an Attraktivität einbüßen. Besonders die Kündigungsfrist raubt der Anlage ein hohes Maß an Flexibilität. Daher sprechen sich Anlageexperten auch nur bedingt für diese Maßnahme aus. Ob der Vorschlag des Bundesfinanzministers umgesetzt wird, bleibt vorerst abzuwarten. Wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet, soll ein entsprechender Gesetzentwurf im April vorgelegt werden. Erst dann werden auch alle Einzelheiten bekannt sein.

Posted by Jochen on 03/08 at 10:31 AM
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Arbeitsausfallversicherung für Film-Ratten

Lebensversicherungen, Rentenpolicen, Hausrat und Haftpflicht gehören zum Angebot, das man einer Versicherung gemeinhin zuschreibt. Weitgehend unbekannt sind die vielen Spezialversicherungen einzelner Konzerne. Fireman´s Fund aus Kalifornien gehört zu den Unternehmen, die dabei in einem mehr oder weniger glamourösen Umfeld aktiv sind. Die Allianz-Tochter versichert Risiken bei Filmproduktionen und wird die Oscar-Nacht deshalb genauso gespannt verfolgt haben wie Fans und Schauspieler.

Wendy Diaz, Direktorin des Bereiches Entertainment bei Fireman´s Fund, erklärte im Gespräch mit dem Tagesspiegel jedenfalls, sie wäre sehr stolz, „wenn einer der von uns versicherten Filme einen Oscar gewinnt“. Leicht ist ihr Job nicht. Sie muss die Risiken einschätzen. Die sind, je nach Produktion, extrem hoch. Da sich die Studios Ausfälle nicht leisten können, wird bereits im Vorfeld nahezu jedes Detail berücksichtigt. Eine der kurioseren Geschichten, die Wendy Diaz erzählen kann, stammt vom Film „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“. 2.000 Ratten sollten gegen (Arbeits-)Ausfall versichert werden, etwa wenn die Nager krank werden oder schlicht die Arbeit verweigern. Schließlich wurde die Police zu der Bedingung unterschrieben, dass erst gezahlt wird, wenn mindestens 1.000 Ratten nicht „mitspielen“ können.

In diesem Fall musste der Spezialversicherer keine Leistung erbringen, alles lief glatt. Bei „Troja“ hingegen sorgte ein Hurrikan für einen Schaden in Millionenhöhe. Ein Großteil der Kulissen wurde zerstört. Neben den reinen Sachversicherungen, unter anderem für Kameras und Requisiten, werden auch Verträge für die Schauspieler aufgesetzt und gibt es Haftpflichtversicherungen für die Studios. Damit deckt Fireman´s Fund im Filmgeschäft das gesamte Spektrum an Versicherungsleistungen ab.

An Erfahrung mangelt es dem Unternehmen nicht: Es ist seit den Tagen des Stummfilms im Geschäft und arbeitet für vier der fünf großen Studios. 2009 hat das der Allianz-Tochter Prämieneinnahmen von rund 200 Millionen US-Dollar eingebracht. Im Schnitt sind das zwei Prozent des Budgets. Dafür sind die Mitarbeiter von Anfang an in die Produktion integriert. Das beginnt mit dem Studium der Drehbücher, um unnötige Risiken zu vermeiden. Danach stehen Experten beratend zur Seite, wenn die Drehorte bestimmt werden, und achten darauf, dass die Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.

Posted by Andre on 03/08 at 10:31 AM
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