Private Altersvorsorge muss aus Sicht des DIA weiter forciert werden
Die Lücke zwischen letztem Einkommen und gesetzlicher Rente wird aus Sicht des Deutschen Institutes für Altersvorsorge (DIA) – getragen von der Deutschen Bank – weitaus größer sein als bislang angenommen. Dazu würden insbesondere die schrumpfende Kaufkraft und Zusatzbelastungen im Alter bei Gesundheit und Pflege beitragen. Die Empfehlung lautet daher ganz klar: Private Altersvorsorge, und das so früh wie möglich. Völlig neu ist dieser Rat nicht. Allerdings nennt das DIA eine konkrete Quote, die im Vergleich zu zurückliegenden Studien deutlich gestiegen ist, auf acht bis neun Prozent des Bruttoeinkommens.
Wer Wohneigentum besitzt, soll nach Möglichkeit acht Prozent sparen, wer zur Miete lebt, neun Prozent. Im Schnitt müssten 8,4 Prozent für die private Altersvorsorge investiert werden. Ausgehend von einem Rentnerpaar, dem 1.700 Euro netto zur Verfügung stehen, rechnet das DIA mit 329 Euro brutto, die aus einer privaten Rentenversicherung hinzukommen müssten. Doch selbst dieser Betrag reiche nicht aus, um den Lebensstandard halten zu können. Die Preise für „rentnerspezifische Güter und personalintensive Dienstleistungen“ würden schneller steigen als die Inflationsrate, prognostiziert das Deutsche Institut für Altersvorsorge. Um diese Entwicklung auszugleichen, bedürfe es weiterer 179 Euro pro Monat, die aus einer privaten Altersvorsorge zur Verfügung stehen.
Die Deutsche Rentenversicherung Bund bezeichnet diese Berechnungen als „spekulativ“. „Mit jeder neuen Studie des DIA nimmt der Prozentsatz des Bruttoeinkommens zu, der zum Ausgleich der vorgesehenen Senkung des Rentenniveaus der gesetzlichen Rente für die private Vorsorge verwendet werden soll“, heißt es in der Pressemitteilung. Seien es zur Einführung der Riester-Rente noch vier Prozent gewesen, würden jetzt fast dreimal so hohe Ausgaben vorhergesagt. Ein weiterer Kritikpunkt: Während die gesetzliche Rentenversicherung in ihren Vorsorgeinformationen mit Zahlenbeispielen auf den Kaufkraftverlust hinweise, fehlten diese Daten bei den privaten Anbietern völlig. Ohne diese Informationen sei eine sachgerechte Planung jedoch unmöglich.
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