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Dienstag, Juni 29, 2010

Deutsche sparen trotz Krise normal weiter

Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise wurden und werden in den buntesten Farben ausgemalt. In einer Hinsicht haben sich die Prognosen allerdings getäuscht: Die Deutschen sparen unverändert weiter. Lediglich 14 Prozent der Bundesbürger wollen laut einer von Forsa im Auftrag des Finanzoptimierers AWD erstellten Studie weniger Geld auf die hohe Kante legen. Auf der anderen Seite stehen 73 Prozent, die ihre Bemühungen um die private Altersvorsorge ohne Abstriche fortsetzen.

Dazu nutzen 22 Prozent, also mehr als jeder fünfte Deutsche, eine Riester-Rente. Das Pendant für Selbstständige und Freiberufler, die Rürup-Rente, hinkt deutlich hinterher. Sie kommt aktuell auf einen Anteil von nur drei Prozent. Deutlich beliebter, auch im Sinne der Altersvorsorge, ist die eigene Immobilie, ob Haus oder Eigentumswohnung, die von 40 Prozent der Befragten bevorzugt wird. Eine ähnlich hohe Quote erreicht auch die Lebensversicherung. Geht es um die reine Geldanlage, schätzen die Bundesbürger die klassischen Varianten. Klarer Sieger ist mit 53 Prozent – und das trotz der eher mageren Verzinsung – das Sparbuch respektive ein Sparkonto.

Dass die Beträge, die regelmäßig gespart werden, stark variieren, ist wenig verwunderlich. Schließlich wurden für die Studie rund 1.000 Personen ab 14 Jahren befragt. Ein Jugendlicher wird deutlich weniger Geld zur Verfügung haben als ein Arbeiter und ein Angestellter weniger als ein Unternehmer. 18 Prozent sparen unter 50 Euro im Monat, elf Prozent legen zwischen 50 und 100 Euro auf die Seite, 20 Prozent 200 bis 500 Euro und acht Prozent über 500 Euro. Mehr für die Altersvorsorge tun zu müssen, glauben 31 Prozent. Interessanterweise gilt das vor allem für die Gruppe bis 29 Jahren. Zu den Themen Geldanlage und Altersvorsorge lassen sich die meisten (53 Prozent) übrigens von der Bank beraten. 31 Prozent haben einen persönlichen Finanzberater und 19 Prozent vertrauen einer Versicherung.

Posted by Andre on 06/29 at 09:40 AM
GeldanlageVersicherungenAltersvorsorgeLebensversicherung • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink

Bausparkassen dürfen Gutachterkosten nicht abwälzen

Bei der Vergabe ihrer Darlehen gelten Bausparkassen als sehr vorsichtig – schließlich geht es um Gelder, die von der Gemeinschaft bzw. allen Bausparern gemeinsam eingezahlt werden. Deshalb kommt es in der Praxis relativ häufig vor, dass Immobilien erst bewertet werden, bevor einer Darlehensvergabe zugestimmt wird. Die Bausparkassen möchten vor allem den Wert der Objekte überprüfen, um letztlich kein überhöhtes Risiko einzugehen.

Allerdings sind derartige Gutachten kostenpflichtig. Ein Wertgutachten verursacht Kosten in Höhe von gut 300 bis 500 Euro – je nach Gutachter und Umfang der Bewertung können die Kosten sogar noch höher ausfallen. Diese Kosten wurden bisher gerne auf die Kunden umgelegt: Um eine Finanzierungszusage zu erhalten mussten sie die Gutachterkosten zwangsläufig übernehmen.

Die Verbraucherzentrale NRW ist gegen diese Methode vorgegangen. Die Bausparkasse BHW wurde verklagt: Die Verbraucherschützer verlangten, dass die Abwälzung der Bewertungskosten ein Ende hat. In der vergangenen Woche hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden und den Verbraucherschützern Recht gegeben. Die Bausparkasse darf entsprechende Gebühren nicht mehr erheben bzw. sie nicht auf die Kunden abwälzen. Zugleich wurde der Bausparkasse ein sattes Bußgeld verordnet.

Wer demnächst ein Bauspardarlehen aufnehmen möchte, sollte deshalb vorsichtig sein. Falls die Bausparkasse eine Objektbewertung durchführen möchte, ist auf die Kostenübernahme zu achten: Angehende Darlehensnehmer sollten sich notfalls wehren und auf das Gerichtsurteil verweisen, um dieser finanziellen Zusatzbelastung ausweichen zu können. Immerhin ist das Gerichtsurteil sehr eindeutig: Die Bausparkassen dürfen Bewertungskosten nicht auf die Kunden umlegen – weil die Bewertung zu ihrer eigenen Sicherheit erfolgt, müssen sie die Kosten selbst tragen.

Posted by Jochen on 06/29 at 09:36 AM
Immobilien • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
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