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Freitag, Juli 09, 2010

Versicherungen für Kinder – nicht alle Policen machen wirklich Sinn

Gestern haben wir die Kinderunfallversicherung vorgestellt. Sie gilt unter Verbraucherschützern und beim Bund der Versicherten (BdV) als eine der wichtigsten Policen für Jungen und Mädchen. Doch wie sieht es generell mit dem Versicherungsschutz für Kinder aus? Der Markt bietet Eltern und Großeltern ein pralles Füllhorn an Optionen, um den Nachwuchs oder die Enkel gegen alle nur denkbaren Eventualitäten abzusichern und private Vorsorge für sie zu betreiben. Stellt sich nur die Frage, welche Verträge machen Sinn und welche sind Luxus?

Diesem Thema hat sich auch die Abendzeitung gewidmet und gemeinsam mit dem Bund der Versicherten einen Blick auf das vielfältige Angebot geworfen. Dabei steht die Kinderunfallversicherung ganz weit vorne, gilt aber alleine für sich nicht als optimal. Abgesichert werden über diese Police ausschließlich Folgeschäden, die aus Unfällen resultieren. Sollte aber eine Krankheit wie zum Beispiel eine Hirnhautentzündung für die Invalidität verantwortlich sein, gäbe es aus der Unfallpolice keine Leistung. Hier greift die Invaliditätsversicherung, die Nummer zwei im Bereich der Kinderpolicen. Sie zahlt üblicherweise eine lebenslange Rente, gehört allerdings nicht gerade zu den günstigsten Verträgen. Hier kommt es ein wenig auf den finanziellen Spielraum der Eltern an.

Werden die Kleinen größer und stehen kurz vor dem Schulabschluss, ist mit dem 16. oder 17. Lebensjahr eine Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlenswert. Der Vorteil, den Vertrag so früh wie möglich zu zeichnen, liegt schlicht darin, dass Kinder und Jugendliche kaum gesundheitliche Einschränkungen haben, die sich auf die Prämie auswirken oder wie bei vielen Erwachsenen zu einer Ablehnung des Kunden führen. Wichtig, so Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten: Die monatliche Rente aus dem Berufsunfähigkeitsschutz muss hoch genug gewählt werden.

Eher kritisch werten die Experten eigene Rentenversicherungen für Jungen und Mädchen. Schon im Kindergarten private Altersvorsorge zu betreiben sei unnötig und angesichts von bis zu 60 Jahren Laufzeit „irrwitzig“. Stattdessen könne das Geld besser anderweitig kurz- bis mittelfristig angelegt werden. Gleiches gilt für die Beiträge, die eine Ausbildungs- oder Aussteuerversicherung kosten würde. Die Policen gelten als unnötig, unflexibel und teuer. Das kann man von den beiden Verträgen, mit denen Eltern sich und die Kinder absichern sollten, nicht behaupten: die private Haftpflichtversicherung und die Risikolebensversicherung. In der Haftpflicht sind die Kinder meistens bis zum Ende der Ausbildung mitversichert. Sie ist ein Muss im Versicherungsordner und mit hoher Leistung relativ preiswert. Sehr guten Schutz bei niedriger Prämie bietet auch die Risiko-Lebensversicherung, um für den Todesfall vorzusorgen.

Posted by Andre on 07/09 at 08:10 AM
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Vorsicht bei vorfinanzierten Bausparverträgen

Das Finanzierungsgeschäft der Bausparkassen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Zeiten, in denen alle Bausparkunden über mehrere Jahre hinweg einen Bausparvertrag bespart haben, um dann ein Darlehen abrufen zu können, sind vorüber. Zunehmend mehr Bausparkassen setzen auf Finanzierungsformen, die eine sofortige Darlehensaufnahme ermöglichen – sonst könnten sie sich auf dem Markt nicht behaupten.

Diese Entwicklung ist auf eine Anpassung an den Finanzierungsmarkt zurückzuführen. Die Kundschaft hat sich verändert: Ein Teil der Kunden möchte sofort Immobilieneigentum erwerben und will deshalb keine sechs Jahre warten, damit ein Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Deshalb setzen die Bausparkassen auf vorfinanzierte Bausparverträge: Bei dieser Finanzierungsform ist eine sofortige Darlehensaufnahme möglich. Das Prinzip ist dabei ganz einfach: Die Bausparkasse stellt dem Kunden ein Darlehen zur Verfügung, mit welchem das Vorhaben finanziert wird. Anstatt das Darlehen zu tilgen, fließt die Tilgung in einen Bausparvertrag. Sobald dieser zuteilungsreif ist, löst er das bestehende Darlehen ab.

Auf den ersten Blick wirken derartige Finanzierungslösungen besonders attraktiv. Grund ist unter anderem die schnelle und unkomplizierte Darlehensaufnahme. Zugleich wird ein Bausparvertrag bespart, dessen Zinssatz für niedrige Finanzierungskosten sorgen soll. Die Zinssätze entsprechender Darlehen wirken auf den ersten Blick äußerst kostengünstig, weshalb so mancher Interessent lieber diese Finanzierungsform wählt, anstatt auf ein klassisches Annuitätendarlehen zu setzen.

Allerdings sind diese Darlehen häufig nicht so günstig wie sie auf den ersten Blick wirken. Der Vergleich mit anderen Finanzierungsformen darf nicht über den Zinssatz erfolgen. Zwar mag der effektive Jahreszins niedriger als bei anderen Darlehen bemessen sein, aber dafür liegen die Finanzierungskosten meist trotzdem höher. Dies liegt an einer höheren Darlehensaufnahme: Um eine schnellere Zuteilung des Bausparvertrags zu erreichen, wird eine höhere Darlehenssumme aufgenommen – der Überschussbetrag des Darlehens fließt sofort in den Bausparvertrag. Der höhere Darlehensbetrag sorgt für eine höhere Zinslast, weshalb diese Darlehen sogar oftmals vergleichsweise teuer sind.

Posted by Jochen on 07/09 at 08:07 AM
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