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Montag, Juli 12, 2010

Lebensversicherung verkaufen oder kündigen rechnet sich nicht immer

An Kapitallebensversicherungen scheiden sich die Geister: Auf der einen Seite wird davon abgeraten, Risikoschutz – in dem Fall der Todesfallschutz – und Geldanlage zu kombinieren. Andererseits mehren sich die Stimmen, dass eine kapitalbildende Lebensversicherung das Portfolio bereichert, weil sie eine stabile Rendite und gleichzeitig Schutz bietet. In welche der beiden Richtungen Verbraucher tendieren, ist relativ klar: Sie stehen zur Lebensversicherung. Sie gehört nach wie vor zu den Policen, die am häufigsten abgeschlossen werden. 90 Millionen Bundesbürger haben einen Vertrag – bis erste Zweifel am Gewinn aufkommen oder das Geld knapp wird.

Die Rendite, die mit einer Lebensversicherung erwirtschaftet wird, ist in den vergangenen Jahren zweifelsohne zusammengeschrumpft. Die Zeiten, in denen die Versicherungsunternehmen deutlich mehr als den Garantiezins von derzeit 2,25 Prozent erwirtschafteten und eine üppige Überschussbeteiligung zahlen konnten, sind vorbei. Mit durchschnittlich knapp vier Prozent steht die Lebensversicherung allerdings immer noch sehr gut da. Dass dieser Wert noch ein wenig absackt, davor ist niemand gefeit – das gilt aber für sämtliche Formen der Geldanlage. Aus reinen Renditegründen den Vertrag zu kündigen, sollte man sich also gut überlegen.

Das gilt auch für den Fall, dass die Beiträge das Budget auf Dauer zu sehr belasten oder damit geliebäugelt wird, das gesparte Kapital anderweitig zu investieren. Die Versicherung zu Geld zu machen ist zwar möglich. Doch es droht ein dickes Minus, wenn man den Vertrag früh kündigt und zurückkauft. Dafür sorgen die Gebühren, die bei Abschluss fällig werden. Man geht von rund vier Prozent der Versicherungssumme aus, wobei die Kosten je nach Assekuranz deutlich schwanken. Dadurch liegt der Rückkaufwert teilweise deutlich unter dem, was eingezahlt wurde.

Bevor die Kündigung geschrieben wird, sollte man sich nach dem aktuellen Rückkaufwert erkundigen und fragen, ob es möglich ist, den Vertrag beitragsfrei zu stellen oder den monatlichen Beitrag anzupassen. Kommt das nicht in Frage und wird das Geld dringend benötigt, besteht die Möglichkeit, die Lebensversicherung zu verkaufen – wenn man denn einen Abnehmer findet. Nicht alle Verträge sind für die Ankäufer attraktiv genug. Wird eine Ratenzahlung angeboten, sollten Verbraucher dankend ablehnen. Meldet das Unternehmen später Konkurs an, wäre das Geld verloren. Wichtig: Der Staat hält bei einem Verkauf die Hand auf und verlangt Abgeltungssteuer.

Posted by Andre on 07/12 at 03:17 PM
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