Kostentransparenz durch Kennziffer
Wenn das Thema Versicherungsvergleich auf den Tisch kommt, geht es in erster Linie um Leistung und Kosten. „Viel für wenig Geld“ sollte nach Möglichkeit geboten werden – insbesondere bei langfristigen Verträgen, die der privaten Altersvorsorge und dem Risikoschutz dienen. Doch was ist viel und was kostet der Vertrag wirklich? Sind fondsgebundene Varianten über die Jahre hinweg günstiger oder rechnet sich doch eher die klassische Versicherung mit Garantiezins? Das ist für Verbraucher nur schwer ersichtlich. Daher sollen Kennzahlen künftig helfen, den Überblick zu behalten.
Bislang müssen sich Interessierte auf die Daten und Fakten verlassen, die von der Versicherung oder Fondsgesellschaft im Vertrag für die Riester-Rente oder eine Kapitallebensversicherung genannt werden. Da die Abschluss- und Vertriebskosten, die offengelegt werden müssen, längst nicht die gesamte Gebührenstruktur widerspiegeln, ist ein gezielter Versicherungsvergleich allerdings unmöglich. Bei Fondspolicen werden die Managementgebühren zum Beispiel gar nicht aufgeführt, obwohl sie sich teilweise recht deutlich auf die Rendite niederschlagen.
Blickt man nun auf die Riester-Rente, die in mehreren Varianten vom einfachen Banksparplan über die Police mit garantierter Verzinsung bis hin zur chancenorientierten Anlage mit Wertpapieren offeriert wird, haben Kunden kaum eine Chance, sich einen Überblick zu den Kosten zu verschaffen. Das monierte auch das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Eine Studie im Auftrag des Bundesfinanzministeriums belegt, dass ein Vergleich der Verträge anhand der jetzigen Angaben zu Kosten und Gebühren gar nicht möglich ist. Hier ist mehr Transparenz nötig, um zumindest zu wissen, was am Ende unter dem Strich steht.
Dabei soll eine Kennziffer helfen. Denkbar wäre die Renditeminderung (Reduction in Yield), also ein Wert, der den Kunden ganz klar sagt, wie stark die Kosten die Rendite schmälern. Haben Verbraucher die Wahl zwischen Policen mit 0,5 und 1,2 Prozent (bei gleichem Marktzins), dürfte die Entscheidung klar für die günstigere Variante ausfallen. Jetzt ist es Aufgabe des Gesetzgebers, den Ball ins Rollen zu bringen. Sowohl der Fondsverband BVI als auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft begrüßen mehr Kostentransparenz – aber auch nur, wenn sie für alle gilt.
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