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Montag, August 09, 2010

Der Verdienstausfall bei Berufsunfähigkeit

Michael Wortberg ist Verbraucherschützer in Rheinland-Pfalz. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem, Jugendliche davon zu überzeugen, wie wichtig eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist. Keine leichte Aufgabe: Denn wer möchte sich heute schon Gedanken darüber machen, was in fünf, zehn oder vielleicht 30 Jahren sein könnte? Um das Interesse der jungen Zuhörer zu wecken, reicht dem Experten mittlerweile eine Zahl: eine Million Euro. So hoch ist der Verdienstausfall eines Mannes Mitte 20, wenn er nach einem Unfall nicht mehr arbeiten kann. Wortberg sagt daher ganz klar: „Berufsunfähigkeit gefährdet die Existenz.“

Diese Ausführungen sitzen und wecken selbst beratungsresistente Jugendliche aus ihren Tagträumen. Wer sich nicht absichere, handele fahrlässig, gibt Michael Wortberg mit auf den Weg. Gäbe es mehr Berater, die das Thema nicht nur theoretisch, sondern auch plastisch darstellen, hätte die Berufsunfähigkeitsversicherung vermutlich eine weitaus bessere Quote. Aktuell hat etwa jeder fünfte Bundesbürger eine entsprechende Police im Ordner – teilweise zwar über eine viel zu niedrige Rente, aber immerhin. Denn in einem Punkt sind sich alle Experten einig: „Die BUV ist unverzichtbar.“

Das predigt auch Hermann-Josef Tenhagen seit Jahren. Der Chefredakteur von „Finanztest“ gibt Schülern den Rat, die Berufsunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich abzuschließen. Weil der Gesundheitszustand den Assekuranzen noch keinen Grund zur Klage gibt, sind die Beiträge bei jüngeren Kunden niedrig. Das ändert sich allerdings ganz schnell, sobald Vorerkrankungen die weiße Weste trüben. Eine Allergie oder Schmerzen im Rücken und schon wird der Vertrag teurer oder von Anfang an abgelehnt. Auf diese Weise sichern die Assekuranzen sich ab. Schließlich müssen sie im Schadensfall über Jahre hinweg tief in die Tasche greifen.

Angesichts der rigiden Vertragspolitik auf die Idee zu kommen, bei den Fragebögen zur Gesundheit „ungenau“ zu arbeiten, wäre allerdings der falsche Weg. Hermann-Josef Tenhagen warnt davor, zu schummeln. Tritt der Leistungsfall ein, ginge man sonst leer aus. Sein Tipp: Lieber einen Risikozuschlag oder Ausschlüsse in Kauf nehmen. Ideal sei es, wenn vereinbart werden könne, dass die Ausschlüsse aufgehoben werden, sobald die gesundheitlichen Probleme nicht mehr auftreten. Wer befürchtet, abgelehnt zu werden, sollte anonyme Voranfragen bei mehreren Versicherungen stellen. Einmal abgelehnt wird es sonst sehr schwer, eine andere Assekuranz davon zu überzeugen, dem Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung zuzustimmen. Klappt alles, kommt es auf die Leistung an.

Posted by Andre on 08/09 at 09:14 AM
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