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Mittwoch, August 25, 2010

Dreister Versicherungsbetrug

Da hat sich einer zu früh gefreut: Ausgerechnet das Bild von seinem Freudentanz ließ einen Versicherungsbetrüger aus England auffliegen. Das wäre normalerweise keine Meldung wert. Doch in diesem Fall geht es um stolze dreieinhalb Millionen Euro. Mit einem solchen Betrag haben es selbst erfahrene Versicherungsdetektive eher selten zu tun. Der Täter hatte behauptet, Ärzte hätten seine Wirbelsäule nach einem Autounfall so schwer verletzt, dass er nicht mehr richtig laufen und daher auch nicht mehr arbeiten könne. Das war 2008. Entlarvt wurde er jetzt erst.

Anfangs war der Mann noch erfolgreich mit seinem Schurkenstück und kassierte 3,5 Millionen Euro Schmerzensgeld. Er hätte vielleicht etwas weniger prahlen oder sich besser mit den Nachbarn stellen sollen. Sie hatten schon im Laufe des Verfahrens versucht, sich Gehör zu verschaffen, und erklärt, das vermeintliche Kunstfehler-Opfer sei kerngesund. Der Nationale Gesundheitsdienst ließ aufgrund dieser Aussage nicht locker und observierte den Mann. An Krücken sahen die Ermittler ihn nur, wenn er zum Arzt musste. Ansonsten gab es keinerlei Hinweise darauf, dass der zweifache Vater gesundheitliche Probleme hätte.

Die Krone setzte der damals 28-Jährige dem Ganzen mit einem Foto auf. Er ließ sich auf Ibiza fotografieren, wild tanzend – obwohl er sich doch angeblich so gut wie gar nicht bewegen konnte. Das Bild stellte er auf Facebook ein. Dass er darüber hinaus das System verhöhnte, er habe sein Geld schnell verdient und könne es noch schneller ausgeben, dürfte viele Engländer verärgert haben. Der Nationale Gesundheitsdienst spricht im „Daily Mirror“ von einem „extremen Fall“, bei dem Ärzte und Anwälte getäuscht wurden, um die Behörde zu prellen. Es wurde zwar ein Betrugsverfahren angemeldet. Da der Mann außergerichtlich zusagte, den Großteil des Geldes zurückzugeben, scheint er aber ohne Strafe davonzukommen und wird auch mit „nur“ 230.000 Euro seinen Spaß haben.

Posted by Andre on 08/25 at 09:15 AM
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Weiterer Rückgang der Hypothekenzinsen ist nicht gewiss

Erst vor ein paar Tagen veröffentlichte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) einen Beitrag zum Thema Baufinanzierung. Der Beitrag machte deutlich, wie sehr sich die Stimmung auf dem Markt geändert hat: Die Anzahl potentieller Bauherren und Immobilienkäufer ist regelrecht in die Höhe geschnellt. Zugleich wurde die Meinung eines Zinsexperten aufgegriffen, der potentiellen Darlehensnehmern dazu rät, sich bei der Finanzierung Zeit zu lassen, weil er mit einem anhaltenden Zinsrückgang rechnet. Die Begründung: Erfahrungsgemäß geben die Zinssätze für Immobiliendarlehen in der kalten Jahreszeit um 0,1 Prozentpunkte nach.

Letztlich muss jeder Interessent selbst entscheiden, ob er oder sie einen solchen Ratschlag befolgen möchte. Natürlich kann jeder warten und zugleich darauf hoffen, dass die Prognose zutrifft und die Hypothekenzinsen weiter fallen. Wer nicht sofort einen Darlehensvertrag abschließen und die Baukosten oder den Kaufpreis begleichen muss, kann dies tun. Ebenso wäre es möglich, vorübergehend auf ein variables Darlehen zu setzen, welches jederzeit wieder abgelöst werden kann.

Allerdings sei an dieser Stelle davor gewarnt, ganz siegessicher auf einen anhaltenden Zinsrückgang zu setzen. Die Hypothekenzinsen sind nämlich schon äußerst günstig, weshalb nicht mehr viel Raum nach unten existiert. Zum anderen befindet sich niemand in der Lage, die Entwicklung der Zinsmärkte mit Gewissheit vorherzusagen. Letztlich kann nur spekuliert werden: Es besteht ebenso die Möglichkeit, dass die Zinssätze anziehen.

Vernünftige Darlehensnehmer sollten daher kein zu hohes Risiko eingehen. Denn 0,1 Prozentpunkte hin oder her: Die Hypothekenzinsen sind bereits auf einem historischen Tiefstand. Wichtig ist - sofern man in der Tat eine Immobilie finanzieren möchte - die günstigen Zinsen für einen möglichst langen Zeitraum zu sichern, damit später keine teure Anschlussfinanzierung ansteht. Und wer kein Risiko eingehen möchte, spekuliert besser nicht auf fallende Zinssätze - denn Spekulationen bedeuten nicht nur Chance, sondern auch Risiko.

Posted by Jochen on 08/25 at 09:14 AM
Immobilien • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
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