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Montag, Juli 13, 2009

76 Prozent der Deutschen wollen keine höheren Krankenkassenbeiträge

Ginge es nach den Bundesbürgern, wäre die Gesundheitsreform in ihrer aktuellen Form längst wie eine überreife Melone geplatzt. Von Zufriedenheit kann derzeit jedenfalls keine Rede sein. Da treffen Vorschläge zu einer allgemeinen, solidarisch finanzierten Alternative – wie hier kürzlich vorgestellt – durchaus auf offene Ohren. Das Nachrichtenmagazin „Focus“ hat eine Emnid-Umfrage zur Gesundheitspolitik und den Krankenkassenbeiträgen in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nicht überraschen. Gerade einmal vier Prozent der Deutschen können den einheitlichen Prämien der gesetzlichen Kassen und dem Gesundheitsfonds positive Aspekte abgewinnen. Über 30 Prozent erwarten Nachteile.

Noch deutlicher ist das Bild, wenn es um die Finanzierung der neuen Ärztehonorare geht. Die steigenden Kosten im Gesundheitswesen über höhere Beiträge für die Krankenkasse auszugleichen, kommt für die Mehrheit nicht in Frage. 74 Prozent der Bürger in Westdeutschland und 86 Prozent der Ostdeutschen (im Schnitt 76 Prozent) lehnen es ab, noch tiefer in die Taschen greifen zu müssen. Als Lösung plädieren 63 Prozent dafür, die Zweiteilung in privat und gesetzlich versichert endgültig aufzuheben und ein einheitliches System für alle zu schaffen. Eine zweite Möglichkeit, die von 48 Prozent der Befragten präferiert wird, wären Steuerzuschüsse. Lediglich 24 Prozent wären bereit, mehr für die Krankenversicherung zu bezahlen.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sieht die Schuld für das Dilemma in erster Linie bei den gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Sie redeten alles nur schlecht. „Die Kassen erzählen seit Jahren, dass sie zu wenig Geld hätten“, so die Ministerin. Vorschläge, wie man das Gesundheitswesen besser organisieren könne, würden vom Spitzenverband der GKV aber keine gemacht. Stattdessen würden Warnungen ausgesprochen, dass künftig Zusatzbeiträge von bis zu 36,75 Euro monatlich verlangt werden müssten, um vernünftig wirtschaften zu können. Sollte eine Krankenkasse tatsächlich in diese Situation kommen, hat Ulla Schmidt einen Vorschlag: Dann sollte die Kasse besser fusionieren. Dem Bürger bringt dieses Hick-Hack wenig – aber das kümmert weder die GKV noch die Politik.

Posted by Andre on 07/13 at 09:41 AM
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