Abschlusskosten der PKV deutlich gestiegen
Der Streit um die Gesundheitsreform inklusive Niederlage vor Gericht, kaum mehr neue Kunden und die ewigen Sticheleien um Preistreiberei wie sie kürzlich wieder seitens der Barmer Ersatzkasse erfolgten – leicht haben es die privaten Krankenversicherungen (PKV) momentan wohl nicht. Da dürfte die Meldung der Stiftung Warentest über hohe und deutlich gestiegene Abschlusskosten bei den PKV die Stimmung in der Branche nicht gerade aufhellen. 2,55 Milliarden Euro haben die Unternehmen laut Rechenschaftsbericht des Verbandes der privaten Krankenversicherungen voriges Jahr alleine für die Abschlusskosten auf den Tisch gelegt.
Diesen Posten muss man sich als großen Topf vorstellen, in den alles kommt, was auch nur ansatzweise mit dem Abschluss neuer Verträge in Verbindung steht. Das wären unter anderem die Risikoprüfung samt Arztbericht für den möglichen Neukunden, die Provision für den Vermittler bzw. Versicherungsvertreter und natürlich die Kosten, die für die Bearbeitung anfallen. Dass die Abschlusskosten im Vergleich zum Vorjahr allerdings gleich um 7,1 Prozent steigen, ist schon verwunderlich. Denn mit 69.800 Personen, die 2008 in die PKV gewechselt sind, hat man nicht gerade einen neuen Rekord aufgestellt – wenn, dann in negativer Hinsicht.
Im Jahr 2000 betrug der Zuwachs noch 137.400 Kunden mit Vollversicherung. Damals wurden trotz fast doppelt so vieler Neukunden nur 1,92 Milliarden Euro als Abschlusskosten angegeben. Ärgerlich ist dieser Anstieg vor allem für diejenigen, die sich für eine private Krankenversicherung entschieden haben. Denn die Kosten gehen komplett auf ihre Kappe und werden fein säuberlich in die Beiträge eingerechnet. Dass es 2008 zu dieser Kostenexplosion gekommen ist, hat laut Verband einen einfachen Grund: Extreme Vertriebsanstrengungen. Sehr erfolgreich waren sie damit offensichtlich nicht.
Zudem bestätigen die Zahlen in gewisser Hinsicht die Ergebnisse einer Studie des Institutes für Demoskopie Allensbach im Rahmen des Gesundheitsreports. Demnach widerstrebt vielen Deutschen ein Wechsel in die PKV, weil die Beitragskosten unberechenbar seien, insbesondere im Alter.
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