AdmiralDirekt streicht die Segel
Der deutsche Kfz-Versicherungsmarkt ist hart und nicht jedes Unternehmen schafft es, dem Wettbewerb dauerhaft standzuhalten. Wie die Financial Times Deutschland (FTD) jetzt berichtet, gibt die AdmiralDirekt auf und sucht nach einem Käufer, der den Bestand von 31.300 Verträgen übernimmt. Hintergrund: Aus Expertensicht mangelt es der Firma an Schadensreserven. Ein Ende mit Schrecken wie bei der Ineas und LadyCarOnline wird es aber wohl nicht geben. Denn in anderen Ländern wie zum Beispiel Großbritannien läuft es deutlich besser. Insgesamt hat der Admiral-Konzern europaweit zwei Millionen Kunden.
Den Schritt auf das glatte deutsche Parkett wagte das Unternehmen im Jahr 2007. Geworben wurde, so das VersicherungsJournal, mit fairen Preisen und individuellen Tarifen. Daraus ist nichts geworden. Schon während der Wechselsaison im vergangenen Jahr hielt sich AdmiralDirekt vornehm zurück und beteiligte sich nicht an den Preiskämpfen. Gebracht hat es wenig. Die Schaden-Kosten-Quote erreicht einen Wert von 238 Prozent. Damit hat die Kfz-Versicherung für jeden Euro Beitrag 2,38 Euro an Ausgaben gehabt. Das ist deutlich zu viel, wobei der Anteil der reinen Schäden mit 109 Prozent durchaus im Rahmen lag.
Dass sich AdmiralDirekt jetzt aus Deutschland zurückziehen möchte und die Segel streicht, dürfte vor allem den weltgrößten Rückversicherer Munich Re treffen. Er hat die Admiral Group 1993 mit aus der Taufe gehoben und übernimmt laut FTD nach wie vor 65 Prozent aller Risiken. Ganz so leicht scheint es also nicht zu sein, den Fuß auch auf dem deutschen Markt in die Tür zu bekommen. Dafür ist der Kampf um Marktanteile zu hart geworden. Einer der ganz großen Strategen ist dabei die HUK-Coburg. Sie kommt auf etwa 8,5 Millionen Verträge im Bereich Kfz-Versicherung und steht kurz vor dem Sprung, Marktführer zu werden.
Die Konkurrenz hatte auch die Admiral Gruppe im Auge und erklärte 2009: „Die wirkliche Macht im Markt ist HUK-Coburg, ein übereffizienter Versicherungsverein.“ Aber besser effizient als zu teuer. Die Folgen zeigen sich jetzt. Dass es dem Konzern gelingt, einen Käufer zu finden, wird übrigens bezweifelt. AdmiralDirekt äußert sich selbst nur knapp und erklärte, so die FTD, sich nach verschiedenen Optionen umzusehen. Die Kunden des Direktversicherers können auch aktiv werden und sich nach einer neuen Kfz-Versicherung umsehen. Jetzt ist die Zeit dafür.
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