Aktienfonds reißen Riester-Renten ins Minus
Riester-Sparer, die sich für einen fondsgebundenen Vertrag oder einen Aktienfondssparplan entschieden haben, bekommen derzeit einen kräftigen Schuss vor den Bug. Die Hoffnung auf eine höhere Rendite und damit mehr Geld im Alter hat sich aufgrund der Finanzkrise vorerst zerschlagen. In den Informationen über den aktuellen Stand der privaten Altersvorsorge sehen die Versicherten im Moment fast ausschließlich rote Zahlen. Ob die Verluste in der Zukunft wieder aufgefangen werden können, steht in den Sternen und hängt hauptsächlich davon ob, wie lange der Vertrag noch läuft. Kündigen sollte man die Police deshalb nicht, sondern sie beitragsfrei stellen – so die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: „Für so manchen kann es sinnvoll sein, das Aktiensparen mit Riester ganz bleiben zu lassen“.
Sicher sind lediglich die eingezahlten Beiträge und die Zulagen vom Staat, abzüglich der Kosten, die der Anbieter in Rechnung stellt. Unter dem Strich steht bei vielen dann eine Nullrendite. Denn das Risiko bei dieser Form der Riester-Rente liegt ausschließlich beim Kunden. Empfohlen wird daher von mehreren Seiten – den Verbraucherzentralen und der Zeitschrift „Finanztest“ –, sich den Vertrag genau anzusehen und ihn auf den Prüfstand zu stellen. Das gilt insbesondere im Hinblick auf das Sicherungskonzept der Bank oder Versicherung. Darüber machen sich die meisten Sparer Sorgen. Wird das bestehende Portfolio auf Dauer umgeschichtet, wirkt sich das gravierend auf die gesamte Restlaufzeit aus.
Ein Anbieter hat beispielsweise den kompletten Bestand von Aktien- in Rentenfonds gewandelt. Damit besteht keine Möglichkeit mehr, von späteren Aufwärtsbewegungen an den Börsen zu profitieren. Lediglich die neuen Beiträge fließen erneut in Aktien und könnten rein theoretisch das Minus wieder ausgleichen. Bei Verträgen, die schon länger laufen, ist diese Vorgehensweise besonders „nachhaltig“. Glücklicherweise handhaben nicht alle Gesellschaften die Auswirkungen der Krise mit derart drastischen Mitteln. Dennoch mehren sich die Zweifel, ob die Riester-Rente mit Fonds oder Aktien der richtige Weg ist. Wer den bestehenden Vertrag ruhen lässt und weiter riestern möchte, sollte sich nach einer Police mit geringerer Aktienquote umsehen. Ansonsten raten die Experten eher zum Riester-Banksparplan.
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