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Dienstag, September 09, 2008

Alkohol während der Schwangerschaft schadet dem Kind

10.000 alkoholgeschädigte Kinder kommen jedes Jahr in Deutschland zur Welt. Bei 4.000 dieser Neugeborenen stellen die Ärzte das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) fest und müssen den Eltern mitteilen, dass ihr Kind aufgrund der geistigen und körperlichen Behinderung ein Leben lang auf Hilfe angewiesen sein wird. Nur 20 Prozent können ihr Leben eigenständig in die Hand nehmen. Diese Zahlen, die Sabine Bätzing, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, anlässlich des heutigen Tages des alkoholgeschädigten Kindes vorstellte, sollen wachrütteln. Sie entstammen einer Studie der Berliner Charité. Demnach ist FAS die häufigste Behinderung bei deutschen Neugeborenen. Das ließe sich sehr leicht ändern, wenn die werdenden Mütter sich an die einfache Vorgabe hielten, während der Schwangerschaft komplett auf Alkohol und andere Rauschmittel zu verzichten.

„Die Gefahren des Alkoholkonsums während der Schwangerschaft werden häufig verharmlost. Viele Schwangere erliegen dem Vorurteil, ein Gläschen in Ehren könne dem Fötus nicht schaden“, erklärte Sabine Bätzing. Wie leichtfertig schwangere Frauen mit Sekt, Bier und hochprozentigen alkoholischen Getränken umgehen, belegen die Zahlen der Charité. 58 Prozent der Frauen trinken während der neun Monate, die sie ihr Kind unter dem Herzen tragen, hin und wieder ein Schlückchen. Mit fatalen Folgen, wie die Studie beweist. Denn es gibt laut Bätzing keinen sicheren Grenzwert, bis zu dem der Alkoholkonsum als sicher bezeichnet werden könnte.

Ist es für einen erwachsenen Menschen relativ leicht, den Alkohol aus einem halben Liter Bier oder zwei Gläsern Wein abzubauen, hat das ungeborene Kind wesentlich stärker mit dem Gift zu kämpfen. Föten bauen Alkohol um 96 Prozent schlechter ab als ihre Mütter. Daher müsse, so die Drogenbeauftrage, wesentlich stärker auf die Gefahren hingewiesen werden. Auch „soziales Trinken“, also gelegentlich bei Anlässen wie Geburtstagen oder Betriebsfesten, schade dem Kind. Ärzte und Hebammen müssten im Rahmen von Schulungen und der Schwangerschaftsvorsorge weit mehr auf das Thema eingehen und die möglichen Folgen beim Namen nennen. Noch sei das Bewusstsein über die Gefahren nicht ausreichend ausgeprägt.

Posted by Andre on 09/09 at 05:26 AM
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